Zweite Chance für Smartphones: Refurbished-Handys im Fokus
Der Trend zu refurbished Smartphones ist in Deutschland noch ausbaufähig, wie eine aktuelle Umfrage von Vodafone zeigt. Nur 25 Prozent der deutschen Verbraucher haben bereits aufbereitete Geräte erworben – deutlich weniger als etwa in Frankreich mit 38 Prozent oder Großbritannien mit 33 Prozent. Großes Potenzial bieten jedoch jüngere Käufer, deren Interesse spürbar wächst. Experten führen das bescheidene hiesige Interesse auf fehlendes Vertrauen in Akkuleistung und Garantien zurück. Michael Jungwirth von Vodafone widerspricht jedoch: Sowohl technische Erneuerungen als auch Garantieleistungen seien inzwischen optimiert. Die wachsende Offenheit der Käufer wird durch Überlegungen zu Preisersparnis und Nachhaltigkeit begünstigt – Hauptmotive laut der Umfrage. Der Umweltaspekt spielt eine immer wichtigere Rolle, da die Wiederverwendung von Rohstoffen Elektroschrott reduziert. In Deutschland tragen Firmen wie Janado und Rebuy dazu bei, den Markt zu beleben. Rebuy meldet steigende Umsätze und sieht eine rosige Zukunft angesichts steigender gesellschaftlicher Prioritäten auf Preis und Umweltbewusstsein. Trotz Erfolgen bleibt das Angebot der Netzbetreiber gering. Während Vodafone plant, in diesen Markt einzusteigen, bieten O2 und Deutsche Telekom bereits Refurbished-Modelle, jedoch in begrenztem Umfang. Viola Wohlgemuth von Exit Plastik kritisiert die halbherzigen Bemühungen der Mobilfunkunternehmen, die ihrer Meinung nach weiterhin auf Neugeräte setzen und damit Wegwerfmentalitäten fördern. Sie fordert, dass Refurbished-Geräte als primäre Option beworben werden, um echte Nachhaltigkeit zu erreichen.

