Zurückhaltung an den Märkten: Fed-Sitzung im Fokus, ASML überrascht positiv
Die Spannung bleibt vor der mit Spannung erwarteten Fed-Sitzung: Für den deutschen Aktienmarkt zeichnet sich derzeit keine eindeutige Richtung ab. Die Prognosen für den X-Dax lassen einen minimalen Anstieg um 0,03 Prozent auf 24.903 Punkte erwarten, nach einem vorübergehenden Hoch bei 25.020 Punkten am Vortag. Auch der EuroStoxx 50 wird stabil eingeschätzt, bevor die US-Notenbank am Abend ihre geldpolitische Entscheidung bekannt gibt. Analysten gehen davon aus, dass die Fed die Leitzinsen stabil hält, nachdem diese im vergangenen Dezember um 0,25 Prozentpunkte reduziert worden waren. Insgesamt betrugen die Senkungen im Vorjahr 0,75 Punkte, um auf den schwächelnden Arbeitsmarkt zu reagieren.
Doch die Unabhängigkeit der Fed steht derzeit im Mittelpunkt der Debatte, insbesondere im Kontext des bevorstehenden Führungswechsels. Präsident Donald Trump hat zunehmenden Druck auf Fed-Chef Jerome Powell ausgeübt, der im Mai seine Amtszeit beendet. Die jüngsten rechtlichen Schritte gegen Powell verstärkten die Unsicherheit an den Märkten. Bernd Weidensteiner von der Commerzbank meint, dass die aktuelle Zinspause der Fed eine gute Gelegenheit biete, um ihre Unabhängigkeit zu unterstreichen.
Unternehmensseitig richtet sich das Augenmerk auf den niederländischen Technologiekonzern ASML, der seine Zahlen für 2025 präsentiert und einen optimistischen Ausblick auf 2026 bietet. ASML profitiert stark vom aktuellen Trend zur Künstlichen Intelligenz, was vor Eröffnung des deutschen Marktes für einen Aufschwung bei Halbleiteraktien wie Infineon, Aixtron und Süss Microtec sorgte.
Parallel dazu zeigte sich Wacker Chemie im Fokus des Interesses; die Aktie verzeichnete auf Tradegate einen Rückgang von fast fünf Prozent. Der schwierige konjunkturelle Hintergrund führte 2025 zu einem massiven Einbruch des operativen Ergebnisses um 42 Prozent. Trotz eines erwartungsgemäßen Umsatzrückgangs von 4 Prozent war das Zahlenwerk enttäuschend. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi hob die schwachen Ergebnisse hervor und warnte vor weiterem Rückenwind durch mögliche Lagerabbauprozesse im Halbleiterbereich. Angesichts der strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen bleibt er bei seiner negativen Einschätzung der Aktie.

