Zollwirren und Marktreaktionen: US-Aktienmärkte unter Druck

Die Aktienmärkte in den USA erlebten am Montag eine Phase der Unruhe, infolge neuer Unsicherheiten rund um Handelszölle. Nach einem bemerkenswerten Urteil des Obersten Gerichtshofs, das Präsident Donald Trumps bisherige Zollmaßnahmen in Frage stellte, reagierte dieser umgehend mit Ankündigungen neuer Zollabgaben. Diese Maßnahmen trafen den Markt eher negativ, wobei die Auftragseingänge der US-Industrie im Dezember ohnehin einen Rückgang von 0,7 Prozent verzeichneten.
Der Dow Jones Industrial verabschiedete sich von der Marke von 49.000 Punkten und erreichte den tiefsten Stand seit Anfang Februar, wobei er um 1,3 Prozent auf 49.961 Punkte fiel. Ähnlich negativ reagierten der S&P 500 und der techniklastige Nasdaq 100, die jeweils Verluste von 0,7 Prozent auf 6.864 beziehungsweise 24.837 Punkte hinnehmen mussten.
Trump hatte ursprünglich einen pauschalen Zollsatz von 10 Prozent auf alle Importe in die USA angekündigt, diesen jedoch rasch auf 15 Prozent erhöht. Zu der seit längerem bestehenden Unsicherheit durch das Thema Künstliche Intelligenz und geopolitische Spannungen gesellte sich somit ein weiterer belastender Faktor, wie aus Händlerkreisen zu hören war.
Im Einzelwertesegment konnten sich die Aktien von Eli Lilly mit einem beachtlichen Plus von 3,9 Prozent von der allgemeinen Marktstimmung abkoppeln. Grund hierfür war die Schwäche des Konkurrenten Novo Nordisk aufgrund eines Rückschlags bei einem Abnehmmittel. Analyst Chris Schott von JPMorgan sieht hierin eine Chance für Eli Lilly, nachhaltig Marktanteile zu gewinnen.
Dagegen litten die Aktien der Papierhersteller Smurfit Westrock und International Paper, die Einbußen von 6,6 beziehungsweise 8,0 Prozent verzeichneten. Analyst Detlef Winckelmann von JPMorgan führte dies auf einen unerwarteten Preisrückgang bei Wellpappen-Rohpapier zurück.
Herausragend am Montag war die Performance von Arcellx, deren Aktien um 78 Prozent auf beinahe 114 Dollar kletterten. Gilead Sciences bekundete Interesse an einer Übernahme des Krebsspezialisten für 115 Dollar je Aktie sowie einer zusätzlichen, bedingten Zahlung von fünf Dollar, was Arcellx mit bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Gegensatz dazu verloren die Gilead-Anteile 0,3 Prozent an Wert.

