Zollstreit und seine Auswirkungen: Ein Blick auf die globalen Finanzmärkte
Der von Donald Trump initiierte Zollstreit sorgt weiterhin für Unsicherheit an den weltweiten Börsen. Marktanalysten prognostizieren anhaltende Volatilität, solange sich die Details gegenteiliger Zölle und potenzieller Handelsabkommen nicht konkretisieren. Die jüngsten Verluste haben die Nervosität der Anleger weiter angefacht und könnten die Märkte noch tiefer in die Verlustzone treiben.
Der deutsche Leitindex Dax, einst im März mit einem Plus von fast 18 Prozent, erlebt durch unaufhörliche Abgaben ein drohendes Ende dieses Zuwachses. Nach dem jüngsten Kursrutsch werden bedeutende Unterstützungsmarken immer wichtiger, wobei die 20.000er-Marke im Fokus steht. In den USA steht der techniklastige Nasdaq 100 kurz davor, bearish zu werden – eine Entwicklung, die durch einen Rückgang um mehr als 20 Prozent charakterisiert wird.
Lori Calvasina von RBC hat ihr Kursziel für den marktbreiten S&P 500 drastisch von 6.200 auf 5.550 Punkte gesenkt, was ihr bisher negatives Szenario zur neuen Basisannahme macht. Obwohl einige noch an eine positive Bilanz bis Jahresende glauben, lässt ihr Kursziel dies nicht vermuten. Aus deutscher Sicht beschreibt die LBBW die jüngste Eskalation der US-Zollpolitik als Schritt in einen offenen Handelskrieg, während Robert Halver von der Baader Bank von 'aktiver Wohlstandsvernichtung' spricht.
Der sogenannte 'Trump-Trade' hat sich nach der anfänglichen Euphorie verflüchtigt und lässt wenig Spielraum für Erholung. Dennoch gibt es Stimmen, die Anlegern mit längerfristigen Perspektiven raten, bei fortgesetzten Kurseinbrüchen wieder auf zyklische Werte zu setzen. Derweil könnte Trumps impulsiver Politikstil – getrieben durch schlechte Umfragewerte und schwache Märkte – eine Rückkehr zu Verhandlungen fördern, wenn er sich als erfahrener 'Deal-Maker' beweist.
Experten der Commerzbank sehen allerdings das Schreckgespenst der Stagflation am Horizont, während die US-Realwirtschaft bereits merklich unter Druck geraten ist. Ökonomen von Bank of America erwarten, dass die Zollerhöhungen das globale Wirtschaftswachstum deutlich bremsen könnten, mit den größten negativen Effekten in den USA. Auch für Europa und China werden spürbare Auswirkungen befürchtet.
In Deutschland wird vor allem auf die Auswirkungen des großen Fiskalpakets geschaut, welches die Gewinnperspektiven für Dax-Unternehmen stützen soll, obwohl die tatsächlichen Effekte noch unklar sind.

