Zollstreit drückt auf die Börsenstimmung – Volatile Woche erwartet
Die aktuelle Euphorie an den Aktienmärkten könnte in dieser Woche einem Test unterzogen werden, da Experten der DZ Bank Anzeichen für eine bevorstehende volatilen Phase erkennen. Diverse Faktoren, darunter der jüngste Zollkonflikt zwischen den USA und der EU, könnten sich negativ auf die Stimmung auswirken.
Bereits am Montag zeichnete sich nach Einschätzung des Brokers IG ein Rückgang des DAX um 0,8 bis 1 Prozent ab, was den Index auf etwa 24.070 Punkte drücken könnte. Zuvor erreichte der DAX am vergangenen Donnerstag noch einen Rekordstand von 24.639 Punkten.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag angekündigt, Einfuhren aus der EU ab dem 1. August mit einem 30-prozentigen Zoll zu belegen, was die Verhandlungen zur Entschärfung des Handelskonflikts erschwert. Die EU plant, zunächst keine Gegenzölle einzuführen, bereitet jedoch Gegenmaßnahmen vor. Zusätzliche sorgt die Geldpolitik der US-Notenbank Fed für Unsicherheit.
Am Dienstag könnten die Verbraucherpreisdaten Anzeichen für zollbedingten Inflationsdruck geben, was die Aussicht auf sinkende Leitzinsen trüben würde. Dies könnte die Renditen der US-Staatsanleihen erhöhen und die Aktienmärkte weiter belasten. Robert Greil von Merck Finck erwartet, dass die Fed angesichts der möglichen Inflationsrisiken abwartet.
Christian Apelt von der Helaba sieht diese Woche von US-Konjunkturdaten dominiert, wobei der Effekt der Zölle sich in verschiedenen Wirtschaftsdaten zeigen könnte. Die ebenfalls startende Berichtsaison der US-Unternehmen, angeführt von Großbanken wie JPMorgan und Wells Fargo, könnte zudem Investoren enttäuschen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.
Ulrich Kater von der Dekabank rechnet dennoch mit Chancen für positive Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen, was Raum für Kurssteigerungen bieten könnte. Angesichts dieser Facetten bleibt abzuwarten, ob die jüngste Rekordjagd an den Aktienindizes einen Dämpfer erhält oder nicht.

