Zollpaket-Drama: Bundesanleihen boomen, Auto-Bonds geraten ins Schleudern
Das kürzlich verkündete Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat in den Finanzmärkten Wellen geschlagen. Während die Aktienkurse ins Rutschen gerieten, suchen Investoren Zuflucht in sicheren Bundesanleihen, deren Kurse daraufhin kräftig steigen. 'Die Furcht vor einem Handelskrieg treibt diese Entwicklung an', erläutert Tim Oechsner von der Steubing AG und erinnert an die wirtschaftsfreundlichen Ambitionen Trumps in seiner ersten Amtszeit. Nun jedoch scheint die Kehrtwende seine Politik zu dominieren, mit potenziell gravierenden Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.
Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sind deutlich gefallen, notieren nun bei 2,54 Prozent, nachdem sie kürzlich noch bei 2,93 Prozent lagen. Diese Entwicklung setzt die Notenbanken unter Hochdruck. In den USA steigen die Befürchtungen vor einer Rezession bei gleichzeitig hoher Inflation. Eine ähnliche Herausforderung erwartet auch die EZB, wo fallende Inflationsraten dennoch Raum für eine weitere Zinssenkung lassen könnten.
In den USA erhebt man zunehmend Interesse an langlaufenden Staatsanleihen, während Investoren türkische Lira-Anleihen weitgehend meiden. Die Verwerfungen in den Unternehmensanleihemärkten machen insbesondere der Autoindustrie zu schaffen. Anleihen von Porsche, ZF und Schaeffler geraten unter Druck, während MTU Aero Engines und Nestlé von den Anlegern bevorzugt werden. Auch Siemens und Apple verzeichnen hohe Umsätze ihrer Bonds.
Auf der Emissionsseite hat das Neuemissionsgeschäft von Unternehmensanleihen in den ersten Monaten 2025 einen Rückgang um 14 Prozent verzeichnet. Trotz dieser Schwierigkeiten bleiben Versorger- und Automobilemittenten die führenden Branchen.

