Zollkonflikt erschüttert Investorenvertrauen
Der Dax hat sich von seinem jüngsten Tief bei 18.489 Punkten dank des von Trump ausgelösten globalen Zollstreits inzwischen ein Stück weit erholt, bleibt jedoch seit Jahresbeginn nur 1,5 Prozent im Plus. Diese Unbeständigkeit bleibt angesichts des immer noch eskalierenden Handelskriegs zwischen den USA und China bestehen, da beide Nationen sich in einer Spirale aus wachsenden Zöllen und Gegenzöllen befinden.
Angesichts dieser Unsicherheiten kämpfen Anleger um Orientierung. Sogar US-Staatsanleihen, traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten angesehen, werden wegen steigender Renditen gemieden. Laut Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, bedeutet dies einen Vertrauensverlust gegenüber der US-Wirtschaft, der anhält, ungeachtet dessen, welche Zollsätze eventuell neu verhandelt werden. Investoren und global agierende Unternehmen fragen sich zunehmend, welche Sicherheit der größte Kapital- und Wirtschaftsmarkt der Welt künftig bietet.
Die drohenden Rezessionsgefahren durch den Zollkonflikt beeinflussen auch die Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte senken, um sich den wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen – so die Erwartung am Markt. Diese Zinssenkung könnte jedoch im aktuellen, von Zöllen geprägten Umfeld wenig in Richtung einer Belebung der Aktienmärkte bewirken. Die Commerzbank geht davon aus, dass die andauernde politische Unsicherheit aus den USA die Aktienprognosen senken wird.
Mit dem Start der Bilanzsaison werden sich Anleger weniger auf die vergangenen Quartalsergebnisse konzentrieren und vielmehr auf die Zukunftsaussichten achten. Montag öffnet die Quartalsberichterstattung in den USA mit Goldman Sachs, woraufhin Bank of America und Citigroup am Dienstag ihre Zahlen vorstellen. Beiersdorf aus Deutschland sowie der französische Luxuskonzern LVMH geben ebenfalls Einblicke. Am Mittwoch folgen Zahlen des niederländischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML und am Donnerstag präsentiert Netflix seine Zahlen.
Die kommende Handelswoche endet wegen des Osterfestes verkürzt, da die Börsen am Karfreitag in Europa und den USA geschlossen bleiben, während in Japan und China gehandelt wird.

