Zollkonflikt als Treibstoff für Bundesanleihen: Ein sicherer Hafen trotz transatlantischer Turbulenzen
Der anhaltende Zollkonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China hat den Markt für deutsche Bundesanleihen neu entfacht. Am Mittwoch verzeichnete der Euro-Bund-Future einen Anstieg um 0,29 Prozent auf 131,37 Punkte. Gleichzeitig sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,49 Prozent, was sie erneut als sicheren Hafen in unsicheren Zeiten positioniert.
US-Präsident Donald Trump hält im Zollstreit mit China einen harten Kurs. In einer Erklärung, die von Sprecherin Karoline Leavitt zitiert wurde, machte Trump deutlich, dass China den nächsten Schritt machen müsse, um ein Abkommen zu erreichen. Mit drastischen Strafzöllen von bis zu 145 Prozent auf chinesische Produkte hat Trump die Spannungen weiter verschärft. Peking zeigte sich wenig überrascht und erhöhte im Gegenzug die Zölle auf US-Importe auf 125 Prozent.
Berichten zufolge ist China bereit für Gespräche, knüpft allerdings Bedingungen daran, darunter verstärkten Respekt vonseiten Trumps. Unterdessen bleiben die transatlantischen Verhandlungen zwischen der EU und den USA ohne durchschlagenden Erfolg. Ein gespannt erwartetes Treffen zwischen Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und Trump steht bevor.
Wirtschaftsdaten aus den USA lieferten ein gemischtes Bild. Einzelhandelsumsätze zeigten im März einen erwarteten Anstieg, während die Industrieproduktion erstmals seit November zurückging. Der neue Zollrunde am sogenannten "Liberation Day" am 2. April entfacht weitere Unsicherheiten. Trotz steigender Einzelhandelsumsätze bleiben Zweifel an einer stabilen Konjunktur bestehen, so Helabas Analyst Ulrich Wortberg.
Während die deutsche Bundesanleihe weiterhin von der Unsicherheit profitiert, nimmt das Vertrauen in US-Anleihen ab. Deren Status als sicherer Hafen wird angesichts der wachsenden transatlantischen Spannung zunehmend in Frage gestellt.

