Zolldrohungen von Trump versetzen europäische Aktienmärkte in Aufruhr
Die Ankündigung neuer US-Strafzölle durch Präsident Donald Trump hat Europas Börsen zum Wochenbeginn ins Taumeln gebracht. Der EuroStoxx 50 fiel deutlich unter die bisher stabile 6.000-Punkte-Marke und schloss mit einem Verlust von 1,72 Prozent bei 5.925,82 Punkten. Auch andere europäische Indizes verzeichneten Rückgänge. Der FTSE 100 in Großbritannien sank um 0,39 Prozent auf 10.195,35 Zähler, während der schweizerische SMI einen Abschlag von 1,02 Prozent auf 13.277,04 Punkte hinnehmen musste.
Die Zollankündigung war als Reaktion auf den anhaltenden Grönland-Streit erfolgt. Trump drohte mit Zöllen ab dem 1. Februar in Höhe von 10 Prozent für bestimmte europäische Länder, die ab dem 1. Juni auf 25 Prozent ansteigen sollten, sollte kein Einigungsabkommen über den Kauf Grönlands zustande kommen. Acht europäische NATO-Nationen, darunter Deutschland, zählen zu den Betroffenen.
EU-Ratspräsident António Costa kündigte einen Sondergipfel an, da intensive Beratungen notwendig sind, um eine Eskalation im transatlantischen Verhältnis zu verhindern. Europas Abhängigkeit in Verteidigungs- und Technologiefragen von den USA stellt dabei eine kritische Komponente dar.
Die Reaktion auf den Märkten war unübersehbar, insbesondere bei Automobilaktien, die stark unter den angekündigten Zöllen litten und um 2,2 Prozent sanken. Aktien von deutschen Herstellern mussten Verluste hinnehmen, während auch Technologiewerte einen deutlichen Rückgang um 3,1 Prozent erfuhren. Luxusgüteraktien von Unternehmen wie Kering, Richemont, Hermes und LVMH verbuchten ebenfalls signifikante Verluste, verschärft durch eine Herabstufung von LVMH durch Morgan Stanley.
Ein Gegenbeispiel bot der britische Versicherungssektor, in dem die Aktien von Beazley durch das Kaufinteresse von Zurich Insurance um beeindruckende 43 Prozent stiegen. Diese Nachricht sorgte auch dafür, dass der Stoxx Europe 600 Insurance-Index den Handel im Plus beendete.

