Zins-Puzzle: Fed erwägt erneute Zinssenkungen im September
Futures auf den Federal Funds Rate, welche die Kosten für unbesicherte Übernachtkredite zwischen Banken messen, heben die Wahrscheinlichkeit an, dass die Federal Reserve bei ihrem Treffen im September die Zinsen erneut senken könnte – mittlerweile liegt diese bei etwa 64%. Zuvor hatte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei 58% gestanden, bevor die Fed am Mittwoch entschied, den Zinssatz innerhalb der Spanne von 4,25% bis 4,50% stabil zu halten.
Auch für das Treffen im Oktober erhöhten Händler die Chancen auf eine weitere Reduzierung. In ihrer Erklärung signalisierten die Fed-Beamten, dass die Kreditkosten in diesem Jahr voraussichtlich weiter sinken werden, allerdings verlangsamte die Fed das Tempo der erwarteten Lockerungen angesichts der Zollpläne der Trump-Administration.
US-Zinsderivate deuteten zudem für 2025 auf Zinssenkungen um 50 Basispunkte hin, im Gegensatz zu den zuvor erwarteten 46 Basispunkten. Dies entsprach der Prognose der Fed: einer Senkung um einen halben Prozentpunkt in diesem Jahr, unverändert gegenüber den März- und Dezemberprojektionen der US-Zentralbank.
Für 2026 und 2027 reduzierte die Fed das Tempo auf je eine Viertel-Prozentpunkt-Senkung. Jay Woods, Chief Global Strategist bei Freedom Capital Markets, kommentierte schriftlich: "Ähnlich wie die Gespräche über Zölle hat die Fed zu einer Erzählung des ‚Aufschiebens‘ gewechselt. Während die Ungewissheit möglicherweise abgenommen hat, bleibt sie aus Sicht der Fed hoch."
Insgesamt bleibt das duale Mandat der Fed weiterhin fraglich. Laut Woods deuten weder signifikant geänderte Daten noch die Verbindung von steigender Inflation und wachstumsschwacher Wirtschaft darauf hin, dass in naher Zukunft Zinssenkungen realistisch sind.

