30. Verhandlungstag

Zeugin: Block wollte Jugendamt zuerst nicht ins Haus lassen

19. Januar 2026, 16:54 Uhr · Quelle: dpa
Fortsetzung Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung
Foto: Marcus Brandt/dpa Pool/dpa
Es ist bereits der 30. Prozesstag in dem Mammutverfahren.
Eine Zeugin schilderte im Prozess, wie Christina Block den Zutritt des Jugendamtes ablehnte, um ihre Kinder zu schonen.

Hamburg (dpa) - Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat eine Security-Frau die Rückkehr der Kinder ins Haus ihrer Mutter geschildert. Block habe zunächst nicht gewollt, dass die Kinder von Mitarbeitern des Jugendamtes und der Polizei in Augenschein genommen werden, sagte die 52 Jahre alte Zeugin, die Anfang Januar 2024 zur Bewachung des Hamburger Wohnhauses der Unternehmerin Christina Block engagiert worden war.

«Frau Block hat zuerst geäußert, dass sie das nicht möchte», sagte die Mitarbeiterin einer Security-Firma. «Sie war besorgt, dass die ganze Situation noch zu aufgewühlt ist und sie auch nicht sicher war, ob das für ihre Kinder schon gut ist.» 

Zeugin: Block war aufgewühlt und emotional angespannt

Der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter Blocks waren laut Anklage in der Silvesternacht 2023/24 von einer israelischen Sicherheitsfirma gewaltsam vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark entführt und zunächst nach Süddeutschland gebracht worden. Dort soll Christina Block die Kinder abgeholt und mit ihnen nach Hamburg gefahren worden sein.

Jugendamt und Polizei hätten Block dann aber davon überzeugt, dass es auch in ihrem Interesse sei, die Kinder vom Jugendamt in Augenschein nehmen zu lassen, sagte die Zeugin. «Es sind dann zwei Damen rein gegangen mit Frau Block.» Die Unternehmerin habe «sichtlich aufgewühlt» und «emotional angespannt» gewirkt.

Es sollte kein «emotionaler Stress» entstehen

Christina Block ist angeklagt, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Die Tochter von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette «Block House», bestreitet das. Eugen Block war nach Aussage der Zeugin der Hauptauftraggeber des Security-Einsatzes. Auch sein Haus sollten Mitarbeiter schützen. Man habe Presse und ungebetene Besucher davon abhalten sollen, die Grundstücke zu betreten und zu klingeln. «Wir sollten für Ruhe und Frieden sorgen», damit kein «emotionaler Stress» entstehe, berichtete die Frau.

Die Zeugin arbeitete für eine Hamburger Security-Firma. Der Geschäftsführer dieses Unternehmens ist wegen Beihilfe zur Kindesentführung angeklagt. Der 58-Jährige soll laut Anklage nach der Rückholung dafür gesorgt haben, dass das Haus der Mutter in Hamburg abgeschirmt wurde und die Kinder nicht flüchten konnten.

Anwältin: Es wurde nichts Verbotenes gemacht

Seine Verteidigerin Gül Pinar hatte bereits zum Auftakt des Prozesses im vergangenen Juli erklärt, ihren Mandanten treffe keine Schuld. Er habe davon ausgehen müssen, dass das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder bei der Mutter gelegen habe.

Die Anwältin des Chefs der Security-Firma betonte am 30. Prozesstag, die Aussage der Zeugin habe noch einmal verdeutlicht, dass nichts Verbotenes gemacht worden sei. «Es ist eine Dienstleistung erbracht worden, um die Familie zu schützen», sagte die Juristin. Das sei alles. Die Polizei sei in dieser Zeit immer informiert gewesen.

Insgesamt sieben Angeklagte

Es gibt noch fünf weitere Angeklagte. Darunter ist Block Lebensgefährte Gerhard Delling (66), der sich wegen Beihilfe vor Gericht verantworten muss. Der frühere Sportmoderator hatte erklärt, er habe nichts Unrechtes getan.

Christina Block hatte ihre Kinder am 1. Januar 2024 auf einem Bauernhof in Baden-Württemberg wiedergesehen, wie sie vor Gericht erklärte. Am folgenden Tag wurde sie mit ihren Kindern nach Hamburg gebracht. Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die Kinder zu ihrem Vater nach Dänemark zurückkehren müssen.

Chef der israelischen Sicherheitsfirma setzte Aussage fort

Am 30. Verhandlungstag setzte auch der mutmaßliche Chef der Kidnapper seine Aussage vor dem Landgericht Hamburg unter hohen Sicherheitsmaßnahmen fort. Der Geschäftsführer eines israelischen Sicherheitsunternehmens soll die Entführung der beiden jüngsten Block-Kinder organisiert und durchgeführt haben.

Er ist in dem Fall auch Beschuldigter und wurde bis vor einigen Wochen mit Haftbefehl gesucht. Für seine freiwillige Aussage sicherten ihm die Ermittlungsbehörden sicheres Geleit zu. Der Mann gehört aber nicht zu den insgesamt sieben Angeklagten im aktuellen Prozess. Nach Aussage eines anderen Zeugen soll der Mann Berufssoldat bei den israelischen Spezialkräften und Abteilungsleiter beim Geheimdienst Mossad gewesen sein.

Der 68-Jährige war bereits im Dezember an drei Tagen befragt worden. Die Fragen der Vorsitzenden Richterin drehten sich zwei Stunden lang sehr detailliert um kryptische Einträge in einem beschlagnahmten Notizbuch des Mannes, das nach der Tat gefunden wurde. Die Befragung des 68-Jährigen ist noch lange nicht abgeschlossen und wird am Dienstag fortgesetzt.

Prozess (Gericht) / Leute / Kriminalität / Gesellschaft / Hamburg / Deutschland / Dänemark
19.01.2026 · 16:54 Uhr
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