Zelle-Betreiber erwägt Einstieg in den Stablecoin-Markt
Early Warning Services, das Unternehmen hinter dem renommierten Zelle-Zahlungsnetzwerk, sondiert derzeit die Möglichkeit, in den kommenden Wochen einen eigenen Stablecoin für Privatkunden auf den Markt zu bringen. Die Überlegung befindet sich noch in einem frühen Stadium und konzentriert sich auf die Schaffung und Einführung einer stabilen Kryptowährung, die sich besonders an Bankkunden richtet. Ein Stablecoin hebt sich von anderen Kryptowährungen ab, da er im Idealfall nicht schwanken soll und stattdessen an andere Vermögenswerte, zumeist den US-Dollar, gekoppelt ist. Angedacht ist ein Pilotprojekt, das Kunden einiger der größten Banken in den USA die Nutzung von Stablecoins im Alltag ermöglichen könnte.
Parallel dazu erwägt auch die Clearing House, eine Zahlungsfirma und Bankenvereinigung, Stablecoin-Initiativen, die jedoch noch nicht über Diskussionen hinausgekommen sind. Während sich Early Warning Services zu dem Vorhaben nicht äußern möchte, bezeichnet ein Sprecher der Clearing House Stablecoins als potenzielle Innovation im digitalen Zahlungsverkehr, mit dem sie sich kontinuierlich auseinandersetzen. Stablecoins haben zunehmend das Interesse von Wall Street auf sich gezogen, obwohl die Geschwindigkeit der Einführung bei Nutzern und Finanzinstitutionen noch in der Diskussion steht.
Early Warning Services selbst ist ein von großen US-Banken gemeinschaftlich kontrolliertes Fintech-Unternehmen, zu denen auch namhafte Institute wie JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo, Capital One und PNC gehören. Unter ihnen bietet Zelle seit 2017 als Antwort der Bankenbranche auf Plattformen wie PayPal und Venmo seine Dienste an und verzeichnete im letzten Jahr ein Transaktionsvolumen von über einer Billion US-Dollar. Ein kürzlich von Präsident Trump unterzeichnetes Gesetz eröffnet nun die Tür für Banken und Fintechs, eigene regulierte Stablecoins herauszugeben, auch wenn konkrete Richtlinien seitens der Regulierer noch ausbleiben.
Analysten von JPMorgan sehen weiteres Wachstumspotenzial im Stablecoin-Markt, das sich in den kommenden Jahren verdoppeln bis verdreifachen könnte. Zu den Akteuren, die Plattformen für Stablecoins entwickeln, gehören auch Circle, Stripe und der Tech-Gigant Google. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Aussicht, Stablecoins in den Mainstream-Finanzsektor zu integrieren, immer greifbarer wird, auch wenn die Umsetzung herausfordernd bleibt.

