Zeit der Umbrüche: Deutschlands Wirtschaft vor Herausforderungen
Die deutsche Wirtschaft stagniert weiter und der Sachverständigenrat hat seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt bis 2025 weiter gesenkt. Ursprünglich lag die Wachstumsprognose für dieses Jahr noch bei 0,4 Prozent, doch nun wird eine Stagnation erwartet. Gleichzeitig alarmieren Berichte über die hohe Zahl von Unternehmensschließungen, die im letzten Jahr einen Höchststand seit 2011 erreichten.
Ein Lichtblick zeigt sich jedoch in der Auftragslage deutscher Unternehmen. Die neuesten Umfragen des Münchner Ifo-Instituts zeigen eine Verbesserung, denn nur noch 37,3 Prozent der Unternehmen berichten von einem Auftragsmangel. Dies unterstreicht eine anhaltende Entspannung, die sich zu Jahresbeginn abzeichnete.
In Großbritannien erlebte die Inflation im April einen starken Anstieg, was Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen dämpft. Britische Verbraucherpreise stiegen um 3,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Parallel plant die EU-Kommission Erleichterungen für mittlere Unternehmen, die von mehreren EU-Auflagen befreit werden sollen. Dies könnte Unternehmen bis zu 400 Millionen Euro an Verwaltungsaufwand ersparen.
Schwierigkeiten zeigen sich im Voranbringen eines wettbewerbsfähigen Industriestrompreises in Deutschland. Ein internes Papier des Bundeswirtschaftsministeriums weist auf massive beihilferechtliche Hürden hin. Zudem beschloss die EU die Einführung eines neuen Finanzierungsinstruments mit dem Titel "Safe", das die gemeinsame Beschaffung von Rüstungsgütern durch Darlehen über 150 Milliarden Euro unterstützen soll.
Trotz des weltweiten Trends zu Elektrofahrzeugen fallen die Preise für Batterierohstoffe wie Lithium und Graphit. China, Indonesien und die Demokratische Republik Kongo steigerten ihre Produktion erheblich. Andererseits verzeichnet die deutsche Elektro- und Digitalindustrie einen signifikanten Exportanstieg, besonders nach Europa, den USA und Taiwan, was ein Plus von 7,1 Prozent in den Märzausfuhren bedeutete.

