Zalando-Schließung in Erfurt: Verdi verzeichnet Mitgliederzuwachs und zeigt sich kampfbereit
Die angekündigte Schließung des Erfurter Standorts des Online-Händlers Zalando hat bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu einem kleinen Mitgliederwachstum geführt. Seit Bekanntgabe der Schließungspläne durch Zalando vor wenigen Wochen sind rund 50 Beschäftigte des Unternehmens der Gewerkschaft beigetreten, um sich in rechtlichen Angelegenheiten Unterstützung zu sichern. Diese Zahl nannte Torsten Furgol, der verantwortliche Landesbezirksfachbereichsleiter von Verdi, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Verdi-Mitgliedern steht ein kostenloser Rechtsschutz in Arbeits- und Sozialrechtsfragen zu, was in der aktuellen unsicheren Lage für die betroffenen Arbeitnehmer von hohem Wert ist. Furgol zeigte sich zudem zuversichtlich in Bezug auf die bevorstehenden Verhandlungen über einen Sozialplan, mit dem Ziel, Abfindungen zu verhandeln, die im besten Sinne der betroffenen Mitarbeiter liegen.
Zalando hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, den seit 2012 betriebenen Logistik-Standort in Erfurt bis Ende September zur Neustrukturierung seines europäischen Logistiknetzwerks schließen zu wollen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, faire und respektvolle Gespräche mit Arbeitnehmervertretern über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan anstreben zu wollen. Nach Angaben von Furgol haben jedoch bislang noch keine Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern in dieser Angelegenheit stattgefunden.
Trotz der Herausforderungen glaubt Furgol nicht, dass die Schließungspläne rückgängig gemacht werden. Der Standort beschäftigt rund 2.700 direkte Mitarbeiter, von denen etwa 20 Prozent bei Verdi organisiert sind. Darüber hinaus sind auch zahlreiche Mitarbeiter von Subunternehmen, die für Zalando in Erfurt tätig sind, von der Schließung betroffen, darunter etwa Kantinenpersonal.

