Zahlreiche Branchen nutzen Composites

Der Begriff „Composites“ klingt für viele Bundesbürger zunächst nach einem sprichwörtlichen Buch mit sieben Siegeln. Dabei kommen die meisten von uns sogar täglich damit in Kontakt. Gemeint sind sogenannte Verbundstoffe – also eine Kombination aus zwei oder mehr Werkstoffen. Aufgrund ihrer Zusammensetzung gehen sie mit zahlreichen Vorteilen einher, insbesondere ihrer Flexibilität und Festigkeit.
Dass Kompositwerkstoffe eine gute Alternative zu klassischen Verarbeitungsmaterialien sind, ist längst auch der Industrie bekannt. Daher kommen sie in einer Vielzahl von Branchen zum Einsatz, etwa bei der Automobilherstellung oder in der Luft- und Raumfahrt.
Composites – was versteht man überhaupt darunter?
Composites sind in Deutschland besser als Verbundwerkstoffe bekannt. Ihren Namen tragen sie dabei nicht ohne Grund. Denn tatsächlich handelt es sich um einen Materialverbund.
Dabei werden zwei oder mehr unterschiedliche Komponenten so miteinander kombiniert, dass die Eigenschaften der daraus resultierenden Zusammensetzung besser ausfallen als bei jedem einzelnen Ausgangsstoff.
Dementsprechend kommen in den Kompositwerkstoffen die Stärken der jeweiligen Komponenten zur Geltung. Deren Schwächen werden jedoch ausgeglichen und dadurch aufgehoben.
Das Endergebnis besteht in einem vielseitig nutzbaren Verbundmaterial, das neben seiner Robustheit mit einem geringen Gewicht punkten kann.
Woraus setzen sich die Verbundwerkstoffe zusammen?
Aus welchen Komponenten die Kompositwerkstoffe bestehen, unterscheidet sich individuell. Grundlegend jedoch greifen zwei Elemente ineinander. Zunächst wird dabei ein Grundmaterial benötigt, die sogenannte Matrix. Um diese zu verstärken, kommen weitere Materialien zum Einsatz – meist in Form von Fasern oder Partikeln.
Welche Vorteile bringen Composites mit sich?
Verbundwerkstoffe kommen inzwischen in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Der Grund: Sie gehen mit einer Vielzahl an Vorteilen einher.
So sind sie in der Regel besonders reiß- und bruchfest. Gleichzeitig jedoch bringen sie nur ein geringes Gewicht auf die Waage. Aufgrund dieser Eigenschaften finden sie meist dort Anwendung, wo Gewichtseinsparungen zu mehr Material- und Kosteneffizienz führen.
Ein weiterer Pluspunkt: Composites sind in ihrem Design besonders flexibel. Mit nur einem geringen Zeit- und Kostenaufwand können die Werkstoffe in verschiedene Formen gebracht werden. Das macht sie sowohl für Architekten als auch für Designer und Ingenieure attraktiv.
Aufgrund ihrer Stabilität sind Kompositwerkstoffe übrigens für den Innen- sowie für den Außenbereich nutzbar. Wind und Wetter halten sie über Jahrzehnte schadlos stand. Durch diese Langlebigkeit – auch in anspruchsvollen Umgebungen – werden sie als moderne Alternative zu klassischen Baumaterialien genutzt.
Welche Nachteile können Verbundwerkstoffe haben?
Zwar überwiegen bei den Verbundmaterialien die Vorteile. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht auch negative Seiten hätten. Zu nennen sei hier vor allem der hohe Kostendruck. In Deutschland waren die Arbeitskosten der Industrie laut Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 rund 22 Prozent höher als bei der Konkurrenz im Ausland. Der Einsatz der Kompositwerkstoffe könnte sie zusätzlich in die Höhe treiben.
Denn Composites gehen mit einer hohen Produktkomplexität einher. Das bedeutet, ihre Herstellung gestaltet sich oft schwieriger als die von anderen Materialien. Dass die Produktion spezialisierte Technologien und Prozesse erfordert, treibt letztendlich die Anschaffungskosten in die Höhe.
In welchen Branchen kommen Kompositwerkstoffe zum Einsatz?
Obwohl Verbundwerkstoffe teuer in der Herstellung sind, wollen viele Branchen nicht mehr auf die vielseitig nutzbaren Materialien verzichten. So sind sie etwa in der Automobilindustrie beliebt, um daraus Karosserie- und Strukturteile zu fertigen. Auch viele Innenraumkomponenten von Pkws und Lkws werden inzwischen aus Composites gefertigt.
Dank ihres geringen Eigengewichts kommen sie auch in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Ebenso wie bei Automobilen sind die Kompositwerkstoffe hier ein bedeutender Faktor für die Treibstoffeinsparung.
In der Bauindustrie, der Windindustrie, im Transportsektor sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie werden die Verbundwerkstoffe ebenfalls genutzt. Selbst aus dem Rennsport und der Sportgeräteherstellung sind sie längst nicht mehr wegzudenken.

