Zahl der HIV-Neudiagnosen weiterhin stabil – Männliche Infektionen dominieren
Die aktuelle Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) weist für das letzte Jahr 3.259 neue HIV-Diagnosen in Deutschland auf. Diese Zahl bleibt vergleichbar mit dem Vorjahr, in dem 3.332 neue Infektionen gemeldet wurden. Die Verteilung nach Geschlechtern zeigt, dass etwa 73 Prozent der Betroffenen Männer sind, während Frauen 27 Prozent der Fälle ausmachen, was laut dem aktuellen Bericht einen Rückgang bei weiblichen Infektionen von 10 Prozent darstellt.
Eine herausragende Rolle im Infektionsgeschehen spielt der Übertragungsweg unter Männern, die Sex mit Männern haben, der 35 Prozent der Neudiagnosen im vergangenen Jahr ausmachte. Diese Infektionsrate, die zuvor jahrelang rückläufig war, zeigt nun einen leichten Anstieg. Dies könnte neben einem tatsächlichen vermehrten Auftreten von Infektionen auch auf eine erhöhte Testbereitschaft zurückzuführen sein, so das RKI. Um die konkreten Ursachen zu klären, seien weitere Untersuchungen notwendig.
Andere Infektionswege, darunter sexuelle Übertragungen und Infektionen durch den Gebrauch von nicht sterilen Spritzen beim Drogenkonsum, bleiben ebenfalls relevante Faktoren. Das RKI betont zudem, dass zwischen der tatsächlichen Infektion und der Diagnose Zeit vergehen kann und die Häufigkeit von Tests eine wesentliche Rolle beim Erkennen neuer Fälle spielt.

