Workflowautomatisierung beim rbb mit Helmut4
Ein Flagshipcase zum Technik- und Kulturwandel in der Postpoduktion beim rbb in enger Zusammenarbeit mit Patrick Westphal-Techen und Carl Förster, rbb, sowie Niklas Eckstein, Chefredakteur mebucom, der das Video-Interview geführt hat.

22. September 2025, 08:38 Uhr · Quelle: Pressebox
Der rbb transformiert seine Postproduktion durch Helmut4 und Adobe Premiere. Automatisierte Workflows sparen Zeit und verbessern die Zusammenarbeit im Team.

Köln, 22.09.2025 (PresseBox) - Der Rundfunk Berlin-Brandenburg gehört zur ARD und ist die Landesrundfunkanstalt für die Länder Berlin und Brandenburg. Der Sitz des Senders befindet sich in Berlin und Potsdam-Babelsberg. Der rbb entstand durch die Fusion des Senders Freies Berlin und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg.

Der rbb hat Standorte und Studios in Berlin, Potsdam, Cottbus, Perleberg und Prenzlau. Von hier aus werden verschiedene TV-, Hörfunk und online-Formate produziert und ausgestrahlt wie zum Beispiel für den Hörfunk rbb 88.8, Antenne Brandenburg, Fritz, Inforadio, Radioeins und rbbKultur. Im Fernsehen sind bekannte Formate DER TAG in Berlin & Brandenburg, rbb um 6, die Abendschau, Brandenburg aktuell und das Heimatjournal. Zukünftig wird die technische und inhaltliche Kooperation mit dem MDR und dem NDR weiter verstärkt. Darüber hinaus ist der rbb an verschiedenen Unternehmen wie z. B. der rbb Media oder der electronic media school (ems) beteiligt.

Die Postproduktion im Rundfunk Berlin-Brandenburg steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Adobe Premiere Pro ersetzt das bisherige Doppelsystem als zentrale Schnittlösung – ergänzt durch das Workflow-Management-Tool Helmut von MoovIT. Damit geht ein organisatorischer und technischer Umbau einher, der die Arbeitsweise im Sender spürbar verändert.

Carl Förster und Patrick Westphal-Techen, beide heute Content Manager und Supervisoren im crossmedialen Newscenter des rbb, gehören zu den Architekten dieser Transformation. Den beiden ehemaligen Content Creatoren aus Schnitt, Regie und Ü-Wagen wurde mit Helmut ein „Werkzeugkasten“ an die Hand gegeben, den sie nutzten, um ihre jeweiligen Arbeitsbereiche in Schnitt, Grafik, File Management, betrieblicher Administration und Quality Check für sich und die Kollegen zu vereinfachen und zu automatisieren. Nach intensiven Schulungen von MoovIT bauten sie erste Workflows und entwickelten ein tiefes Verständnis für das Potenzial der neuen Infrastruktur. Heute sind sie mehr als Betriebsadmins – sie agieren als technische Übersetzer zwischen Redaktion und Systemwelt. „Früher waren wir vor allem mit Fehlersuche und Filetransfers beschäftigt“, erinnert sich Förster. „Heute entwickeln wir Prozesse, die unseren Kollegen echte Arbeit abnehmen.

Die Umstellung ist also kein reiner Systemwechsel, sondern auch ein Kulturwandel. Rollenprofile verändern sich, Zuständigkeiten verschieben sich, Schnitt und Redaktion rücken näher zusammen. „Früher hat die Technik gebaut, was die Redaktion wollte. Heute bauen wir gemeinsam“, beschreibt es Westphal-Techen. Das bringe mehr Agilität – auch im Support. „Wenn heute eine neue Produktionsanforderung kommt, müssen wir kein Ticket mehr bei Adobe öffnen. Wir bauen den Workflow oft selbst und lösen Probleme statt die IT um Hilfe zu bitten.“ Lange Support-Wartezeiten entfallen.

Automatisierung statt Handarbeit

Was ehemals in Premiere manuell erledigt werden musste – etwa die Projektanlage, das Einpflegen nutzerspezifischer Tastaturkürzel, die Einrichtung von Workspaces, die Integration von Grafikelementen oder die Auswahl der richtigen Export-Profile – läuft heute automatisiert durch Helmut im Hintergrund. Sobald sich eine Nutzerin verbindet, werden ihre persönlichen Premiere-Einstellungen geladen, ein standardisiertes Projekt mit vorgefertigtem Layout und Motion Graphics geöffnet und sämtliche Audio- und Video-Pfade korrekt konfiguriert. Die Projekte stehen nicht mehr nur lokal, sondern über den Helmut-Server auch standortübergreifend zur Verfügung. Die Umstellung auf Adobe Premiere bringt beim rbb eine Reihe technischer Herausforderungen mit sich.

So müssen je nach Zielplattform Audio-Routings angepasst, Proxy-Workflows automatisiert, Projektvorlagen zentral gepflegt und sendefähige Exportformate erzeugt werden. Für lineare Ausspielwege sind auch die richtigen Bildpegel entscheidend. All diese Parameter werden durch Helmut zentral gesteuert und für jede Produktion automatisch angewendet.

Ein besonders praxisnahes Beispiel ist der Workflow für Sprachaufnahmen: Redakteurinnen können ihre Premiere-Projekte automatisch in eine Tonkabine übertragen lassen, wo die Sequenz bereits geöffnet ist, wenn sie eintreffen. „,Das spart kostbare Minuten im Nachrichtenalltag“, sagt Westphal-Techen. Auch die Exportprozesse sind deutlich effizienter geworden: Für Social-Media-Plattformen wie BlueSky wurden eigene Streams gebaut, die automatisch Formate und Dateigrößen berücksichtigen. „,Ein Klick genügt – und der Beitrag wird exakt nach Plattformvorgaben erzeugt“, so Förster. Selbst Warnsysteme bei Überlänge sind integriert.

Im Video erklären die Experten vom rbb die erforderlichen Arbeitsschritte in der Postpoduktion mit und ohne Automatisierung durch Helmut und die damit verbundene Zeitersparnis.

Schnitt, Redaktion und Systeme rücken zusammen

Möglich macht all das der sogenannte Streamdesigner von Helmut: eine grafische Oberfläche, mit der Workflows modular und flexibel aufgebaut werden können. ,,Der Einstieg ist vergleichsweise niedrigschwellig. Man verbindet grafisch Knotenpunkte, die bestimmte Funktionen auslösen“, erklärt Förster. ,,Wer tiefer einsteigen will, kann später sogar JavaScript ergänzen, um komplexere Logiken umzusetzen.“ „,Man kann mit Helmut kurzfristig Streams bauen und Anpasssungen vornehmen. Damit sind wir die Master unserer Workflows und Kompetenzzentrum für die Postproduktion. Wir können Sachen mit Helmut machen, die wir früher nicht machen konnten oder die nur viel kompliziertere technische Lösungen erfordert hätten. Heute bittet uns teilweise die IT um Unterstützung, weil Lösungen mit Helmut einfacher sind.“

Trotz aller Vorteile ist der Übergang kein Selbstläufer. Gerade erfahrene Cutterinnen und Cutter, die lange mit einem Legacy-System gearbeitet haben, wünschen sich vertraute Abläufe und gewohnte Funktionen. Hier helfen Standards, klare Strukturen und der Support des internen Teams. ,,Unser Ziel ist es, den gleichen Komfort wie früher zu bieten – und dabei gleichzeitig neue Möglichkeiten zu schaffen“, sagt Westphal-Techen. Dass das neue System trotz seiner Komplexität stabil läuft, sei dabei ein entscheidender Faktor: "Der Supportbedarf ist niedrig, das Vertrauen hoch.“

Die Integration von Helmut beschränkt sich nicht auf die Schnittumgebung. Auch die Systemlandschaft des rbb wurde konsequent angebunden: Inhalte können direkt aus dem Helmut-Panel an VPMS 2.0, DigAS, dem Online-CMS Adobe Experience Manager (AEM), ProTools oder Swat.io exportiert werden.

,,Helmut ist der Klebstoff, der alles miteinander verbindet“, sagt Förster.

Die Übergabe von Beiträgen erfolgt medienneutral, automatisiert und – vor allem – zuverlässig. IDs und Statusmeldungen fließen zurück ins System, der manuelle Aufwand sinkt. Selbst nicht originäre Helmut-Premiere-Workflows wie das Interviewtool oder ein automatisierter Archivworkflow können über den Streamdesigner konfiguriert werden.

Den Wandel gestalten statt verwalten

Dass solche Workflows im Haus selbst entwickelt werden können, ist eine strategische Entscheidung beim rbb. „,Wir wollten unabhängig sein, keine Blackbox“, betont Westphal-Techen. Daher setzt der rbb gezielt auf internes Know-how statt auf externe Dienstleister. Dafür braucht es ein Team mit technischem Interesse, Verständnis für Postproduktionsprozesse und Ausdauer. „Man wächst hinein, Schritt für Schritt“, sagt Förster. ,,Das System ist logisch – wenn man sich regelmäßig damit beschäftigt.“ Für den tiefen Backend-Bereich – etwa die Serverstruktur – gibt es beim rbb zusätzlich eigene Helmut-Administratoren. Für andere Medienhäuser, die ähnliche Schritte planen, rät das rbb-Team zu einem gestuften Ansatz: Verständnis für Postproduktion und technische Abläufe, Schulungen mit dem Tool-Anbieter und eine schrittweise Erweiterung der Skills. Denn die Kombination aus Adobe Premiere und Helmut bietet enormes Potenzial – wenn sie richtig genutzt wird. ,,Es ist vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, alte Lasten abzuwerfen“, sagt Förster.

,,Jetzt, wo wir ohnehin alles neu aufstellen, können wir die Systeme so bauen,wie wir sie wirklich brauchen.“ Das perfekte Setup werde es nie geben – aber das Jetzige komme verdammt nah dran.

Hier klicken für das komplette Video-Interview.

Medien / rbb / Helmut4 / Workflowautomatiäsierung / Adobe Premiere
[pressebox.de] · 22.09.2025 · 08:38 Uhr
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