Wohnungsbau in Deutschland: Genehmigungen steigen, Herausforderungen bleiben
Deutschland verzeichnet im ersten Halbjahr einen Anstieg von Wohnungsbau-Genehmigungen um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden rund 110.000 neue Wohnungen genehmigt, darunter auch zusätzliche Einheiten in bestehenden Gebäuden. Ein deutlicher Anstieg ist bei den Einfamilienhäusern zu verzeichnen, deren Genehmigungen um 14,1 Prozent auf 21.300 stiegen. Bei Zweifamilienhäusern dagegen sanken die Genehmigungen um 8,3 Prozent auf 6.000.
Besonders prekär bleibt die Lage bei Mehrfamilienhäusern. Hier ändern sich die Zahlen nur minimal, mit 57.300 neu genehmigten Wohnungen. Derartige Gebäude sind entscheidend für die Milderung der Wohnungsknappheit in urbanen Gebieten.
Die Zahl der Genehmigungen deutet einen leicht positiven Trend an, weist jedoch auch auf mögliche Verzögerungen in der Umsetzung hin. Die durchschnittliche Bauzeit hat sich seit 2020 um sechs Monate verlängert. Dies schlägt sich auch in den Fertigstellungszahlen nieder, die im vergangenen Jahr mit 251.900 Wohnungen einen Tiefstand seit 2015 erreichten. Viele genehmigte Projekte werden nicht sofort umgesetzt, sodass die Wohnungsnot weiterhin ein drängendes Thema bleibt.

