Wirtschaftsforscher äußern Skepsis: Koalitionspläne unter der Lupe
Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands zeigen sich angesichts der Regierungspläne von Union und SPD vorsichtig optimistisch, jedoch mit spürbarer Skepsis. Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft äußerte bei der Präsentation einer Konjunkturprognose in Berlin, dass das bloße Abarbeiten des Koalitionsvertrags allein kaum ausreichen werde, um die vielschichtigen Probleme der deutschen Wirtschaft nachhaltig zu beheben. So sei das Programm durch durchaus vielversprechende Ansätze zur Problemerkennung geprägt, jedoch fehle es entscheidend an umfassenden Lösungsvorschlägen.
Besondere Aufmerksamkeit richtete Kooths auf die Vernachlässigung der sozialen Sicherheitssysteme und die Schaffung von Arbeitsanreizen in den vorgelegten Plänen. Statt grundsätzlicher Reformen konzentrieren sich Union und SPD eher auf symptomatische Maßnahmen. Das Augenmerk müsse nun darauf gelegt werden, ob eine konsequente Reduzierung von Subventionen erfolgen werde.
Des Weiteren weckte Wissenschaftler Torsten Schmidt vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Hoffnungen auf ein Wirtschaftswachstum durch die schwarz-roten Pläne. Die geplante Senkung der Strompreise sei vielversprechend für energieintensive Branchen und die Unterstützung von Start-ups könne Wachstumsimpulse setzen. Auch die Ideen zum Bürokratieabbau sind erfrischend, wenngleich sie oft vage bleiben. Schmidt betonte, es sei abzuwarten, welche dieser Vorhaben letztlich umgesetzt werden und wie sie sich auf das Wirtschaftswachstum der kommenden Jahre auswirken.

