Windows 10-Abschied in Deutschland: Ein zögerlicher Wandel
Für deutsche PC-Nutzer scheint der Abschied von Windows 10 eine nahezu nostalgische Herausforderung zu sein. Aktuellen Studien zufolge operieren nahezu 48,5 Prozent der rund 21 Millionen Windows-PCs in deutschen Privathaushalten noch immer mit dem in die Jahre gekommenen Betriebssystem. Der Wechsel ist jedoch dringlicher denn je, da der offizielle Support für Windows 10 bereits am 14. Oktober 2025 endete.
Unter dem Druck von Verbraucherschützern gewährt Microsoft zwar eine kostenlose Sicherheitsupdate-Verlängerung bis zum 14. Oktober 2026 für Privatanwender in der EU, für Unternehmen hingegen bleibt der kostenpflichtige ESU-Support (Extended Security Updates) die einzige Option, weiterhin Updates zu erhalten. Ohne diesen verlieren Firmenrechner ihre Aktualität und Sicherheit.
Sicherheitsexperten, wie Alexander Opel von Eset Deutschland, warnen eindringlich vor den Risiken eines zögerlichen Systemwechsels und sprechen von einem "Ritt auf der Rasierklinge". Angesichts der steigenden Anzahl entdeckter Sicherheitslücken sei der Umstieg auf aktuelle Betriebssysteme wie Windows 11 oder der kostenintensive ESU-Support dringend geboten.
Die Zahl der Computer mit Windows 10 ist seit August 2025 um etwa 3,7 Millionen auf 10,2 Millionen gesunken, wobei der Großteil der Umstellung auf Windows 11 geschätzt wird. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt jedoch auch Alternativen wie das freie Betriebssystem Linux oder Mac von Apple.
Im internationalen Kontext wirkt das deutsche Zögern besonders markant. Global hat Windows 11 seinen Vorgänger bereits im Jahr 2025 mit einem Anteil von 55 Prozent überholt, während Windows 10 nun auf 41 Prozent fällt. Das europäische Cybersecurity-Unternehmen Eset, mit Hauptsitz in Bratislava und einer deutschen Niederlassung in Jena, bleibt eine wesentliche Instanz für Sicherheitsberatungen.

