Wiener Börse auf Erholungskurs: ATX legt kräftig zu

Die Wiener Börse hat die Woche dynamisch gestartet und sich von den leichten Verlusten der letzten Tage erholt. Der Leitindex ATX verzeichnete einen Anstieg um 1,33 Prozent und kletterte auf einen Stand von 5.171,05 Punkten. Noch am Freitag markierte der ATX ein Rekordhoch, bevor er durch internationale Entwicklungen vorübergehend unter Druck geriet. Mit einem beeindruckenden Jahreszuwachs von über 41 Prozent bleibt die Gesamtbilanz stark.
Analysten der Erste Group sehen keine Anzeichen einer Überhitzung des Marktes. Historische Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und die Dividendenrendite bewegen sich wieder im langfristigen Durchschnitt, was eher auf eine Normalisierung hindeutet. Während kurzfristig eine Abschwächung möglich sei, bleiben die mittelfristigen Aussichten positiv bestehen.
Die Börsenwoche begann konjunkturell gesehen ohne nennenswerte Impulse. Investoren blicken mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Dienstag veröffentlicht wird, sowie auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Laut Helaba-Ökonom Ralf Umlauf gibt es hier jedoch kaum Erwartung von Überraschungen, da die Zinspolitik derzeit gut ausgerichtet scheint.
Unternehmenseitig waren Raiffeisen Bank International und Polytec im Fokus der Investoren, nachdem Analysten Kommentare abgegeben hatten. Die Raiffeisen Bank International erhielt von der Erste Group eine neue Bewertung: Von "Buy" wurde sie auf "Accumulate" gesenkt, während das Kursziel von 29 auf 43 Euro angehoben wurde. Die Aktien der RBI erreichten einen Kurszuwachs von 1,4 Prozent und schlossen bei 37,60 Euro.
Finanzwerte zeigten sich insgesamt stark, insbesondere die Schwergewichte Erste Group und Bawag mit Zuwächsen von 1,7 und 2,3 Prozent. VIG setzte ihre beeindruckende Kursrally mit einem Plus von 4,6 Prozent fort, während Uniqa-Aktien um 2,7 Prozent stiegen.
Unter den Nebenwerten fielen Polytec positiv auf: Die Aktien stiegen um 2,8 Prozent auf 3,35 Euro, nachdem Warburg Research das Kursziel von 4,90 auf 5,75 Euro anhob. Die Empfehlung "Buy" bleibt bestehen, begründet durch die Reduzierung der Nettoverschuldung nach einer Veräußerung, so Analyst Marc-René Tonn.

