Wiener Börse mit positiver Wende zum Monatsbeginn

Der Wiener Aktienmarkt startete vielversprechend in den Februar, nachdem der Handelsauftakt noch etwas holprig verlief. Der Österreichische Traded Index (ATX) verzeichnete einen Anstieg von 0,95 Prozent und schloss bei 5.658,25 Punkten, womit er sich erneut nahe eines Rekordniveaus bewegte. Auch der ATX Prime konnte mit einem Plus von 0,94 Prozent auf 2.805,41 Zähler zulegen.
Europäische Indizes folgten diesem positiven Trend, der durch optimistische Stimmungsdaten beiderseits des Atlantiks beflügelt wurde. Noch im Frühhandel hatten Korrekturen bei Edelmetallen und Gewinnmitnahmen bei asiatischen Technologieaktien die Märkte unter Druck gesetzt.
Der Grund für die Kursbewegungen lag in der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den früheren Gouverneur der Federal Reserve, Kevin Warsh, als möglichen Nachfolger für Jerome Powell zu nominieren. Dies sorgte für Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen US-Geldpolitik, da Warsh traditionell als geldpolitischer Falke gilt, wenngleich er unter Trump bereits Zinssenkungen befürwortet hatte. In Kombination mit dem Abbau spekulativer Goldpositionen führte dies zu Bewegungen auf den Märkten.
Zudem fielen die Ölpreise nach jüngsten Sorgen um die geopolitische Lage im Iran, da sowohl Teheran als auch Washington erklärten, eine diplomatische Lösung anzustreben. In Wien mussten SBO und OMV im Zuge dessen Abschläge von bis zu 0,8 Prozent hinnehmen.
Auf der Gewinnerseite verbuchte AT&S ein beeindruckendes Plus von 9,2 Prozent. Rückendeckung gab es von der Deutschen Bank, die nach Anhebung des Kursziels eine Kaufempfehlung aussprach. Insbesondere die hohe Nachfrage nach IC-Substraten durch den KI-Boom könnte hier eine Rolle gespielt haben, zumal AT&S in Malaysia eine einzigartige Produktionskapazität besitzt.
Für den Faserhersteller Lenzing verlief der Börsentag weniger erfreulich. Die Aktie sank um 1,2 Prozent, nachdem das Unternehmen die Mehrheit an TreeToTextile, einem schwedischen Textilunternehmen, erworben hatte. Ziel sei die beschleunigte Einführung neuer, nachhaltiger Fasern. Der Zukauf soll durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden.
Währenddessen waren Versicherungs- und Bankaktien stark gefragt: BAWAG, UNIQA und VIG erzielten Zuwächse von über zwei Prozent. Versorger standen dagegen unter Druck, und so verlor Verbund 1,9 Prozent und bildete das Schlusslicht im ATX.

