Wiedereinstiegsförderung nach der Elternzeit für drei forschende Ärztinnen aus Pädiatrie, Neonatologie und Kardiologie
Else Kröner-Fresenius-Stiftung vergibt 400.000 Euro pro Forschungsprojekt für den Wiedereinstieg in Klinik und Forschung

11. Februar 2026, 10:15 Uhr · Quelle: LifePR
Die Stiftung unterstützt drei Ärztinnen bei der Rückkehr in ihre Forschungsprojekte, um exzellente Arbeiten in Schlüsselbereichen der Medizin fortzusetzen.

Bad Homburg v. d. Höhe, 11.02.2026 (lifePR) - Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft macht die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) auf ihre Else Kröner Wiedereinstiegsförderung aufmerksam. Die EKFS unterstützt drei forschungsstarke Ärztinnen an den Universitätskliniken in Tübingen und Essen dabei, nach einer familienbedingten Auszeit, ihre Tätigkeit in Klinik und Forschung wieder aufzunehmen. Die drei bewilligten Projekte in den Bereichen Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Kardiologie werden jeweils über einen Zeitraum von 36 Monaten mit bis zu 400.000 Euro gefördert. Ziel der Förderung ist es, die Fortführung erfolgreicher klinisch-wissenschaftlicher Karrieren zu sichern und exzellente Forschung in zentralen medizinischen Fachdisziplinen nachhaltig zu stärken.

Die Else Kröner Wiedereinstiegsförderung richtet sich an promovierte oder habilitierte Ärztinnen und Ärzte, die ihre Tätigkeit in Klinik und Forschung während einer längeren Familienphase deutlich reduziert haben und spätestens zum 1. Juli 2026 mit einer Stelle von mindestens 80 % zurückkehren möchten. Voraussetzung ist, dass mindestens die Hälfte der Arbeitszeit für die Forschung vorgesehen ist.

„Mit der Wiedereinstiegsförderung unterstützen wir hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte dabei, nach einer familiär bedingten Unterbrechung wieder an ihr vorheriges Forschungsniveau anzuknüpfen“, sagt Anne Asschenfeldt, zuständig für diese Förderlinie bei der EKFS. „Flexible Rahmenbedingungen sind dabei oft entscheidend, um exzellente klinische Forschung langfristig zu sichern.“

Die Fördermittel können flexibel eingesetzt werden, beispielsweise für Personal- und Sachmittel, Forschungsaufenthalte, Methodikkurse oder Tagungen. Im Rahmen der Ausschreibung 2025 wurden drei Projekte bewilligt, die ein breites fachliches Spektrum von der pädiatrischen Stoffwechselmedizin über die Kardiologie bis zur Neonatologie abdecken. Kontinuierliches klinisch-wissenschaftliches Arbeiten nach Familienpausen bedarf besonderer Förderungen.

Wechselwirkung zwischen Lipidomik und Metaboliten der Darmmikrobiota mit lipidreichen koronaren Plaques: PD Dr. Iryna Dykun, Klinik für Kardiologie und Angiologie, Universitätsmedizin Essen

Die Atherosklerose der Herzkranzgefäße ist eine komplexe, degenerative Erkrankung, die zur Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung und zu Myokardinfarkten führen kann. Lipidreiche Ablagerungen, sogenannte Plaques, spielen dabei eine zentrale klinische Rolle, da sie häufig nur durch eine dünne fibröse Kappe begrenzt sind und eine hohe Dichte von Entzündungszellen aufweisen. Das Projekt untersucht Einflussfaktoren auf die Entstehung solcher Hochrisiko-Plaques. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Zusammenspiel bislang wenig erforschter neuartiger Risikofaktoren. Dazu zählen Lipidomics – die umfassende Analyse von Fetten und assoziierten Proteinen in Blut und Gewebe – sowie Stoffwechselprodukte des Darmmikrobioms. Ziel ist es, aus den gewonnenen Daten erkrankter Patientinnen und Patienten Rückschlüsse auf gesunde Personen zu ziehen und auf dieser Grundlage neue Strategien zur Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Dr. Dykun ist Mutter von zwei Kindern. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes und einer anschließenden Familienzeit ermöglicht ihr diese Förderung nun, ihre Forschung weiter zu vertiefen. „Die Wiedereinstiegsförderung erlaubt es mir, meine wissenschaftliche Arbeit fortzusetzen und komplexe Fragen zur Entstehung und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter voranzubringen“, erläutert Dr. Dykun.

Biomarkerbasierte Diagnostik und funktionelle Validierung therapeutischer Zielstrukturen bei MLD – von der Multi-OMICs-Analyse zum patientenbasierten Zellmodell: Dr. Lucia Laugwitz, Kinderheilkunde III – Neuropädiatrie, Allgemeinpädiatrie, Diabetologie, Endokrinologie, Sozialpädiatrie, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Tübingen

Die metachromatische Leukodystrophie (MLD) ist eine seltene, schnell fortschreitende Erkrankung des kindlichen Nervensystems. Eine Gentherapie kann den Krankheitsverlauf nur dann wirksam bremsen oder stoppen, wenn sie sehr früh eingesetzt wird. Das Projekt von Dr. Laugwitz zielt darauf ab, mithilfe verlässlicher molekularer Biomarker den optimalen Behandlungszeitpunkt sowie den Therapieerfolg besser bestimmen zu können. Dafür werden molekulare Daten von Kindern mit MLD vor und nach der Gentherapie analysiert. Ergänzend kommen patienteneigene Zellmodelle zum Einsatz, um Krankheitsmechanismen und potenzielle Zusatztherapien zu untersuchen.

Nach mehreren familienbedingten Unterbrechungen durch die Geburt ihrer drei Kinder schafft die Förderung der EKFS für Dr. Laugwitz den Rahmen, ihre wissenschaftliche Laufbahn mit neuer Energie fortzusetzen. „Nach einer intensiven Lebensphase freue ich mich, meine wissenschaftliche Arbeit mit neuer Klarheit und Eigenständigkeit in einem exzellenten Forschungsumfeld fortzuführen“, erklärt Dr. Laugwitz. „Sie erlaubt es mir, klinisch relevante Fragestellungen aus der Forschung zu seltenen Erkrankungen systematisch und nachhaltig in translationalen Projekten zu bearbeiten.“

Optimierung der Adaptation Früh- und Reifgeborener: Prof. Dr. Laila Springer, Kinderheilkunde IV – Neonatologie, neonatologische Intensivmedizin, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Tübingen

Nach der Geburt wird das Neugeborene nicht mehr über die Nabelschnur von der Mutter versorgt und muss selbstständig atmen. Insbesondere sehr kleine Frühgeborene sind dabei auf eine effektive und zugleich lungenschonende Atemunterstützung angewiesen. Dabei spielt die schnelle Belüftung der noch unreifen und empfindlichen Lunge eine zentrale Rolle. Moderne Beatmungsverfahren ermöglichen eine Synchronisierung der maschinellen Atmung mit der Eigenatmung der Kinder, was schonender und effektiver ist. In dem Forschungsprojekt untersucht Prof. Dr. Springer, ob diese synchronisierte Beatmung die Lungenbelüftung in der frühen Anpassungsphase verbessert. Ergänzend kommen innovative bildgebende Verfahren zum Einsatz, die die Lungenbelüftung erstmals in Echtzeit sichtbar machen.

Nach einer familienbedingten Unterbrechung ihrer Forschung durch die Geburt ihres dritten Kindes schafft die Wiedereinstiegsförderung den Rahmen, dieses klinisch hochrelevante Forschungsprojekt konsequent weiterzuverfolgen. „Ich finde es großartig, dass es solche Förderungen gibt, die die durch Elternzeit entstandenen Verzögerungen ausgleichen und es mir zugleich erlauben, meine Ziele und Visionen zur Verbesserung des Starts ins Leben von Neugeborenen wieder aktiv zu verfolgen.“

Gesundheit & Medizin / Wissenschaft / Frauenförderung / Medizinische Forschung / Elternzeit / Stiftungen
[lifepr.de] · 11.02.2026 · 10:15 Uhr
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