WhatsApp unter verschärfter EU-Beobachtung: Neue Regeln für offene Kanäle
Der in den sozialen Medien weit verbreitete Messenger-Dienst WhatsApp aus dem Hause Meta muss sich zukünftig den strengeren EU-Digitalvorschriften fügen. Wie die Europäische Kommission bekanntgab, hat die Plattform eine signifikante Nutzergrenze überschritten, sodass die offenen Kanäle nun unter die Bestimmungen des Digital Services Act (DSA) fallen. WhatsApp hat vier Monate Zeit, um sich den neuen Regelungen anzupassen.
Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass private Nachrichtenströme und Direktnachrichten von diesen Änderungen unberührt bleiben. Vielmehr fokussieren sich die Änderungen auf die offenen Kanäle der App, die nun wie eine Social-Media-Plattform behandelt werden. Diese Kanäle bieten nicht nur Einzelpersonen die Möglichkeit, Nachrichten zu versenden, sondern werden auch von offiziellen Stellen wie der Bundesregierung, Fußballklubs, Nachrichtenportalen und Verkehrsbetrieben genutzt, um ein breites Publikum zu erreichen.
Ein solches Gesetz soll in erster Linie sicherstellen, dass Plattformen zügig auf illegale Inhalte Dritter reagieren, was im Falle von WhatsApp insbesondere die Kanäle betrifft. Darüber hinaus schützt es vor Wahlmanipulationen und fordert Transparenz bei Werbemaßnahmen auf digitalen Plattformen.
Gegen Meta, den Mutterkonzern von WhatsApp, Facebook und Instagram, laufen bereits Ermittlungen der EU wegen Verletzungen dieser Digitalgesetze. Hohe Geldbußen könnten im Raum stehen, insbesondere im Hinblick auf unzureichende Datentransparenz und mangelhafte Kontrolle illegaler Inhalte. Mark Zuckerberg, der CEO von Meta, kritisierte die Digitalgesetze als "institutionalisierte Zensur". Ebenso äußerte der frühere US-Präsident Donald Trump, dass die Regeln der EU wettbewerbsfeindlich seien – eine Ansicht, die oft aus Washington als Kritik an der Politik Brüssels laut wird.

