Wettlauf um Talente: Unternehmen setzen auf attraktive Zusatzleistungen
Inmitten eines zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland sind Unternehmen gezwungen, kreativer denn je zu werden, um neue Talente anzuziehen. Eine aktuelle Auswertung von rund 34 Millionen Online-Stellenanzeigen durch die Bertelsmann Stiftung verdeutlicht, dass Arbeitgeber vermehrt auf zusätzliche Benefits setzen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Seit 2019 hat sich die durchschnittliche Anzahl der in Stellenanzeigen gebotenen Zusatzleistungen nahezu verdreifacht – von 3,6 auf 9,6 im Jahr 2024. Gut ausgebildete Fachkräfte und Hochschulabsolventen sollen dabei besonders umworben werden, indem sie im Schnitt bis zu elf verschiedene Benefits pro Anzeige angeboten bekommen. Sogar Bewerber auf Helferniveau haben Ausblick auf durchschnittlich acht zusätzliche Leistungen.
Im Fokus stehen dabei vor allem "harte" Zusatzleistungen wie Sonderzahlungen oder betriebliche Altersvorsorge, die in mehr als zwei Dritteln der Anzeigen genannt werden. Selbst Entwicklungsperspektiven, wie Aufstiegsmöglichkeiten und Arbeitsplatzsicherheit, rangieren hoch in der Gunst der Bewerber und werden in 37 Prozent der Stellenausschreibungen aufgeführt.
Im Zeitalter flexibler Arbeitsmodelle sind auch Gleitzeit, Homeoffice und Vertrauensarbeitszeit nahezu zum Standard geworden. Fast die Hälfte aller Stellenanzeigen preist Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, insbesondere bei Ausschreibungen für Positionen mit höherem Qualifikationsbedarf.
Im Gegensatz dazu verlieren "weiche" Faktoren wie das Arbeitsklima an Bedeutung im Wettbewerb um die besten Köpfe. Roman Wink, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung, hebt hervor, dass es für Unternehmen entscheidend ist, innovative Benefits zu bieten, um sich im hart umkämpften Markt von der Konkurrenz abzuheben.

