Werteunion: Details zu Extremistentreffen in Potsdam bekannt gegeben
Die konservative Werteunion hat weitere Details zur Teilnahme zweier ihrer Mitglieder an einem Extremistentreffen in Potsdam genannt. Gleichzeitig distanzierte sich die Werteunion von möglichen Forderungen einer Abschiebung 'deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund'. In einer Mitteilung des Bundesvorstands der Werteunion, die am Mittwochabend veröffentlicht wurde, hieß es, dass solche Gedanken 'ekelhaft' seien und in keiner Weise mit den liberal-konservativen Vorstellungen der Werteunion übereinstimmten.
Bereits zuvor hatte die Werteunion bestätigt, dass zwei ihrer Mitglieder als private Gäste an dem Treffen teilgenommen hatten, das für großes Aufsehen gesorgt hatte. Nun erklärte die Werteunion, dass die Motivation hinter der Teilnahme darin gelegen habe, 'eventuell interessante Persönlichkeiten und Unternehmer kennenzulernen'. Es wurde keine Gästeliste im Vorfeld übermittelt.
Die Enthüllungen über das Treffen radikaler Rechter in Potsdam, an dem auch AfD-Politiker und einige Mitglieder der CDU und der Werteunion teilgenommen hatten, wurden vom Medienhaus Correctiv öffentlich gemacht. Bei dem Treffen hatte der ehemalige Kopf der Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, nach eigenen Angaben über 'Remigration' gesprochen. Diese Begrifflichkeit wird von Rechtsextremisten häufig verwendet, um eine Rückführung einer großen Anzahl von Menschen mit ausländischer Herkunft, teils auch unter Zwang, zu fordern.
Seit Bekanntwerden der Enthüllungen finden in ganz Deutschland immer wieder Kundgebungen gegen Rechtsextremismus und für den Schutz der Demokratie statt, an denen Tausende von Menschen teilnehmen.
Die Werteunion betonte in ihrer Mitteilung, dass sie den Kampf gegen Rechtsextremismus und 'jede andere Art von extremer Gesinnung, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zerstören will', uneingeschränkt unterstütze. Es sei ein 'ungeheuerlicher Vorgang', die Werteunion mit solchen Gruppierungen in einen Topf zu werfen.
Zuletzt hatte die Werteunion unter der Führung von Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, den die CDU ausschließen möchte, die Weichen für die Gründung einer eigenen Partei gestellt. Im Gegensatz zur CDU soll diese Partei 'gesprächsbereit in alle politischen Richtungen' sein, ohne explizit die AfD auszuschließen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Werteunion keine Parteigliederung der CDU ist, obwohl sie lange Zeit die Nähe zur CDU gesucht hatte. (eulerpool-AFX)

