„Wer Kunden nicht konsequent in den Mittelpunkt stellt, wird scheitern!“
SEDOTEC erreicht Business Excellence Status und fokussiert auf Kundenwünsche

26. Juni 2025, 09:36 Uhr · Quelle: Pressebox
Sedotec aus Ladenburg hat 2024 seinen Rekordumsatz gehalten, investiert in moderne Anlagen und legt großen Wert auf Kundenzentrierung und Mitarbeiterzufriedenheit. Geschäftsführer Dirk Seiler betont, dass der Erfolg auf modulares, benutzerfreundliches Design und verantwortungsvolles Handeln gegenüber Umwelt und Gesellschaft basiert.

Ladenburg, 26.06.2025 (PresseBox) - Als etablierter Hersteller von Kit-Systemen für Niederspan­nungs-Schaltanlagen hat Sedotec aus Ladenburg 2024 seinen Rekordumsatz aus dem Vorjahr gehalten. Hinzu kamen große Investitionen, zahlreiche Neukunden und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Was macht der innovative Mittelständler an­ders, dass er sich vom schwachen wirtschaftlichen Umfeld mit geringer Dynamik und der allgemeinen Krisenstimmung abkoppelt? Wir sprachen mit Dirk Seiler über sein Top-Unternehmen und sein großes Ziel.

Herr Seiler, während die meisten Unternehmen in Deutsch­land über Umsatzrückgänge, Krisenstimmung und Fachkräfte­mangel klagen, bestätigen sie ihren Rekordumsatz aus dem Vorjahr, investieren, gewinnen neue Kunden und stellen Mitarbeiter ein. Sind Sie in einer anderen Welt unterwegs?

(lacht) Ja, der Gedanke könnte sich aufdrängen. Aber Spaß beiseite: unser Markt ist Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg. Und ja: Wir haben 2024 nahezu auf dem Rekordniveau von 2023 abgeschlossen. Dazu haben wir etwa 4,5 Millionen Euro in eine moderne, hochautomatisierte Anlage für die Blechfertigung sowie in Software investiert, haben 30 neue Kunden gewonnen und 20 neue Mitarbeiter eingestellt. Dass wir so signifikant anders unterwegs sind, ist gewollt. Deshalb heißt unser internes Motto auch „be different“, „Sei anders“. Und das füllen wir mit Leben, weil wir frei, offen und innovativ denken.

Das klingt beeindruckend.

Und die Geschichte geht 2025 weiter, denn im März haben wir in Ladenburg ein Innovation-Center eröffnet. Hochmoderne Empfangs-, Schulungs- und Arbeitsräume betonen unseren New-Work Stil. Be­zeichnend ist die Übernahme des repräsentativen Empfangsgebäudes von ABB. Die Wiederbelebung dieses Filetstücks steht stellvertretend für die Zeitenwende im Schaltanlagenbau. Mit der Eröffnung unseres Innovation Center (SIC) führen wir die historische ABB-Geschichte des Schaltanlagenbaus in Ladenburg in eine moderne Zeit. Denn genau hier wurde das einst legendäre MNS-System des Konzerns entwickelt und gebaut.

Das ist auch ein Bekenntnis zum Standort und eine Wertschätzung gegenüber unseren tollen Mitarbeitern. Denn bei uns gilt auch: Erst kommt der Mensch, dann die Aufgabe. So gewinnen wir die besten Köpfe und wurden 2025 zum sechsten Mal in Folge als TOP ARBEIT­GEBER MITTELSTAND ausgezeichnet. Wir haben uns konsequent der Kundenzentrierung verschrieben. Nicht nur Marketing und Vertrieb, auch Fertigung und Produktentwicklung denken an Kunden und Anwender, anstatt dem technisch Machbaren Over-Engineering zu huldigen. Alle wissen, dass wir nur erfolgreich sind, wenn wir die Sichtweise des Kunden annehmen, ihm ein Problem lösen oder die tägliche Arbeit leichter machen. Dieser Kern unseres Denkens führt dann auch zu erfolgreichen Produkten, die am Markt genau aus diesen Gründen gefeiert werden. Ich bin der festen Überzeugung: Wer Kunden nicht in den Mittelpunkt seines unternehmerischen Denkens, Handelns und Entwickelns stellt, wird scheitern!

Das haben sich doch viele Unternehmen auf die Fahnen geschrieben.

Das mag schon sein, aber leben die diesen Gedanken auch wirklich? Sehen Sie, alle unsere wichtigen Wettbewerber sind viel, viel größer als wir, bis hin zu großen Konzernen. Aber was ist deren wirkliche Antriebsfeder? Da stehen immer noch Rendite, Aktienkurs und Divi­dende im Vordergrund. Mit der Globalisierung wird die „Rosinen­pickerei“ eingeführt und Fertigungen in Billiglohnländer verlagert. Die Werker sind dann zwar billiger, aber so weit von Kunden entfernt, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, wofür sie welchen Arbeits­schritt machen. Als Nächstes leidet die Qualität, weil zum Beispiel Millimeter in der Blechdicke eingespart werden, was erneut Kosten senkt. Aber niemand fragt sich später, warum der Schaltschrank nicht stabil ist. Denn keiner, der das Produkt baut, war je beim Kunden oder Betreiber der Schaltanlagen und hat sich dessen Wünsche angehört. Ich vermute, dass sie nicht mal ihre eigenen Schaltschrän­ke aufgebaut haben. Geschweige denn die Verantwortlichen in den Führungsebenen. Wie will man da verstehen, wo den Kunden der Schuh drückt? Sie sind beschäftigt mit ihren internen Prozessen und vernachlässigen dabei die Kundensicht. Da wird eher der Rendite gehuldigt, als dem Gedanken, wie sich ein Schaltschrank einfacher auf- und ausbauen lässt.

Hinzu kommt das Machtgehabe gegenüber den Zulieferern, die wie Zitronen ausgepresst werden. Wir haben das 19 Jahre lang erlebt, als wir für den Konzern Lohnaufträge ausgeführt haben, dessen Blechfer­tigung wir einst übernommen haben. Da werden beispielsweise Zahlungsziele einseitig verlängert von 30 über 90 bis zu 120 Tagen und keiner wehrt sich. Wir sagen inzwischen in solchen Fällen: „Wenn Sie Geld brauchen, dann gehen Sie bitte zu einer Bank. Wir sind keine Bank. Wir verbiegen zwar Blech, aber nicht uns.“ Der Erfolg mit unserem eigenen Produkt Vamocon, das wir 2008 eingeführt haben, gibt uns das nötige Selbstvertrauen. So konnten wir diese Lohnferti­gung Ende 2023 aufgeben. Wir sehen uns als Vordenker, der mit red­licher Arbeit und großer Transparenz in Deutschland fertigt und keinen Renditefetisch mit Machtgehabe, Rosinenpickerei und Billig­standorten betreibt. Daraus entstehen anwenderfreundliche, langle­bige und preisfaire Produkte in höchster Qualität – und ebensolche Kundenbeziehungen. Nach dem Erfolg 2024 werden wir 2025 richtig durchstarten auf dem Weg zu unserem großen Ziel.

Wie lautet dieses Ziel?

Wir wollen 2030 im Bereich der Niederspannungs-Schaltanlagen in unserem Markt die Nummer eins sein.

Wie wollen Sie das machen? Schließlich haben Sie vorhin erwähnt, dass ihre Wettbewerber alle viel größer sind.

Naja, eben genau deshalb. Wir sind klein, flexibel und schnell. Unser Marktanteil ist noch gewaltig ausbaubar. Hinter unserem bisherigen Erfolg steckt ein langfristiger Plan mit kontinuierlichen Verbesse­rungen. So haben wir in den letzten Jahren sehr hart an unserem Business Excellence Status gearbeitet und können heute mit Stolz sagen, dass wir in allen acht Säulen, die dieses Qualitätsmanage­ment-Programm kennzeichnen, Top-Status erreicht haben. Wir leben eine ausgeprägte Kundenzentrierung, verhalten uns achtsam gegenüber Partnern, Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden sowie gegenüber Umwelt und Gesellschaft und achten auf Ausgewogenheit bei den Ergebnissen, die nicht nur renditeorientiert sind.

Zugleich wächst der Markt, der für uns relevant ist, immens. Experten prognostizieren 500 Millionen Euro, und dass sich der Anteil der Elektrizität am Endenergiebedarf bis 2050 von heute 20 % auf 70 % steigern wird. Verantwortlich dafür sind die großen Megatrends unserer Zeit, Dekarbonisierung, Urbanisierung sowie die allgemeine Elektrifizierung mit der E-Mobilität im Speziellen. Aufgrund wachsen­der Cloud-Lösungen, Streamingdiensten und dem Unabhängigkeits­streben gegenüber USA entsteht ein riesiger Bedarf an Rechenzen­tren. Und KI mit ihrem Rechenbedarf kommt noch on top. Gerade bei KI mit immensem Strombedarf, wird in Zukunft Nachhaltigkeit und effiziente Energieversorgung gemeinsam mit intelligentem Energiemanagement die zentrale und entscheidende Rolle spielen. Dabei geht es nicht nur darum, Leistung zu steigern und Kosten zu senken, sondern auch um Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Da sind wir mit unseren Produkten weit voraus.

Wie tragen Sie mit SEDOTEC und VAMOCON dazu bei?

Mit Vamocon 1250 und Vamocon 5000 haben wir innovative Schalt­anlagen, die modular, digital, energieeffizient und nachhaltig sind. Mit Vamocon 1250 fahren Betreiber – bildlich gesprochen – ein modernes Elektroauto und können über die Lebenszeit bis zu 13 Tonnen CO2 einsparen sowie einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag. Produkte anderer Anbieter bieten lediglich überholten Verbrenner-Standard. Aber vor allem sind unsere Anlagen benutzerfreundlich. Auch darin sehen wir uns absolut führend. Der Kunde bekommt genau das, was er braucht, so, wie er es braucht, und genau dorthin, wo er es braucht. Wir haben teilausgebaute Schaltfelder mit Kupfer unabhängig von der Wahl der Schaltgeräte in Serie gebracht. Die noch mit dem Schaltgerät zu verbauenden Artikel liegen dann feldbezogen griffbereit zur Endmontage bereit.

Und das reicht aus, um alle anderen Anbieter zu überholen?

(schmunzelt) So viele sind das ja gar nicht, die vor uns liegen. Es gibt einen unschlagbaren Vorteil bei unseren Produkten: Weil unsere Fel­der teilausgebaut geliefert werden, lassen sie sich viel schneller aus­bauen, als andere. Wo andere acht Stunden pro Feld kalkulieren, genügen bei Vamocon zwei Stunden – und das sind Aussagen unserer Kunden, der Schaltanlagenbauer. Die sagen auch, dass junge Fach­kräfte lieber programmieren als montieren wollen. Das unterstützen unsere Schaltanlagen ideal. Dazu passt auch unser Online-Konfigura­tor Vamocad, den Anwender und Wettbewerber als den besten Konfigurator am Markt beurteilen, weil er einfach, schnell und anwenderorientiert ist. So liefern wir schon lange Produkte für die „Generation Next“, wie ich die Jungen gerne respektvoll nenne.

Zum Teilausbau der Felder gehört auch das Kupfer für die Stromfüh­rung. Wir haben eines der europaweit modernsten Bearbeitungs­zentren für Kupfer und können schnell und passgenau fertigen. Viele Schaltanlagenbauer fertigen ihr Kupfer noch immer selbst, weil eine Maschine und ein Mitarbeiter „eh da“ sind. Diese „eh da“-Kosten sind jedoch nicht wirtschaftlich. Und die Fachkraft zu ersetzen, wenn sie in Rente geht, wird nahezu unmöglich werden. Man kann sich nun ausrechnen, welche Produktivitätssteigerung ein Unternehmen mit unserem Gesamtpaket aus Blech und Kupfer generieren kann. Dabei ist jedoch ein mögliches Umsatzwachstums gar nicht mal das Entscheidende.

Wie meinen Sie das?

Es geht darum, wie Unternehmen ihr Geschäft überhaupt aufrecht­erhalten können, wenn die Baby-Boomer in Rente gehen. Denn dann finden sie schlichtweg nicht mehr genügend Fachkräfte, um den Umsatz überhaupt zu halten, geschweige denn, zu wachsen. Deshalb sind unsere Schaltanlagen so montagefreundlich konzipiert, dass ein Unternehmen mit halb so vielen Fachkräften immer noch in der Lage sein wird, seinen Umsatz zu steigern. Dazu gehört auch, dass wir kein Herrschaftswissen aufbauen, uns nicht abschotten, sondern uns mit vertikal durchgängiger Transparenz vernetzen. Nur so entstehen anwendungsfreundliche Produkte.

Das klingt sehr überzeugend, Herr Seiler. Vielen Dank für diese tiefen Einblicke.

Vielen Dank auch Ihnen.

Elektrotechnik
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