Wenn der Personalschlüssel zur Herausforderung wird: Neue Studie zeigt Defizite in der Kita-Ausstattung
Eine neue Analyse zur Personalsituation in deutschen Kindertagesstätten offenbart teils gravierende Lücken. Laut einem Bericht der Bertelsmann-Stiftung und des Österreichischen Instituts für Familienforschung an der Universität Wien ist nur ein kleiner Teil der Kitas mit genügend Personal ausgestattet. Lediglich etwas mehr als jede siebte Einrichtung erreicht die wissenschaftlich empfohlene Personaldichte, die nötig ist, um allen Kindern in den oftmals sehr diversen Gruppen hochwertige Bildung und Betreuung zu bieten. Insgesamt verfügen nur 13,7 Prozent der Kitas in Deutschland über eine vollständige Personalausstattung.
Dabei zeigt sich ein markantes Gefälle zwischen West- und Ostdeutschland: Während in Westdeutschland 16,3 Prozent der Kitas auf die volle Personalstärke zählen können, sind es in Ostdeutschland mit Berlin lediglich 2 Prozent. Besonders problematisch ist, dass bundesweit jede fünfte Kita mit deutlich zu wenig Personal auskommen muss, was in Ostdeutschland sogar auf ganze 65,3 Prozent der Einrichtungen zutrifft.
Ein Lichtblick sind die Kitas in Baden-Württemberg und Bremen, wo rund ein Drittel der Einrichtungen gut aufgestellt ist. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass in allen Bundesländern dringender Handlungsbedarf besteht. Die Studie hebt die Bedeutung von ausreichend vielen und qualifizierten pädagogischen Fachkräften hervor, insbesondere in Anbetracht der immer komplexeren Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsaufgaben der Einrichtungen.
Wertvolle Einblicke liefert die neue Personalausstattungsquote, ein von der Stiftung und dem ÖiF entwickeltes Messinstrument, das Faktoren wie Altersstruktur und den Anteil nicht deutschsprachiger Kinder berücksichtigt. Diese Messlatte könnte die Diskussion über die Personalressourcen in Kitas künftig bereichern.

