Wasserknappheit durch Klimawandel: Deutsche Versorger schlagen Alarm
Deutsche Versorger fürchten angesichts zunehmend extremer Hitze und Trockenheit um die Wasserversorgung. Eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Versorgungsunternehmen (VKU) zeigt, dass fast die Hälfte der befragten Wasserversorger von einer steigenden Nachfrage in Hitzeperioden berichtet.
Bereits ein knappes Drittel hatte in den letzten Jahren mit Versorgungslücken zu kämpfen. Besonders bedenklich: In einigen Fällen stießen sowohl Anlagen als auch Leitungsnetze an ihre Kapazitätsgrenzen, während die verfügbare Wassermenge in anderen Situationen knapp bemessen war.
In den nächsten Jahren erwarten rund zwei Drittel der Befragten eine Zunahme von Engpässen, wobei sowohl moderate als auch deutliche Anstiege prognostiziert werden. Besonders gefährdet sind Regionen mit ohnehin knappen Ressourcen oder unzureichend ausgebauter Infrastruktur, so der Verband. Namen wie Franken und Brandenburg werden als potenzielle Problemzonen diskutiert.
VKU-Vizepräsident Karsten Specht zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass die Wasserwirtschaft den Herausforderungen gewachsen ist, warnt aber vor der steigenden Belastung: Der Klimawandel werde die Häufigkeit von Hitze- und Dürreperioden erhöhen.
Eine Anpassung sei unvermeidlich. Schätzungsweise 25 Prozent der Unternehmen sehen sich bereits mit behördlichen Einschränkungen konfrontiert, während fast die Hälfte der Versorger an Kunden appelliert, sorgsamer mit Wasser umzugehen.
Angesichts dieser Herausforderungen fordert der Verband klare politische Unterstützung. Vorrang für die öffentliche Wasserversorgung bei Nutzungskonflikten steht dabei ganz oben auf der Wunschliste – aktuell ist dies jedoch nicht gesetzlich geregelt.
Um die erforderlichen Anpassungen zu erleichtern, spricht sich der Verband für vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren aus. Zudem sollte die Wasserwirtschaft vom umfangreichen Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur profitieren können.

