Warum steigt die AMD-Aktie heute?

Die Aktie von Advanced Micro Devices Inc. (AMD) verzeichnete am Dienstag einen Anstieg von 2 %, nachdem Piper Sandler seine "Overweight"-Bewertung für das Unternehmen bekräftigte und ein Kursziel von $600 festlegte. Der Aktienkurs lag bei $504,62 und hat im vergangenen Jahr um mehr als 213 % zugelegt.
Starke Nachfrage im gesamten AMD-Portfolio
Der Analyst von Piper Sandler, David O’Connor, berichtete, dass die Informationen aus dem Investorengespräch von AMD beruhigend waren. Die Einführung neuer Produkte im Bereich der Zentralprozessoren (CPU) und Grafikprozessoren (GPU) verlaufe planmäßig. Die Nachfrage übersteige weiterhin das verfügbare Angebot im gesamten Produktportfolio von AMD.
Das Gespräch umfasste Themen wie die Einführung von Helios-Servern, Venice-CPUs, die Optics-Scale-up-Architektur, die Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsspeicher, allgemeine Speichertrends, Margen sowie die Geschäftsbereiche Client und Gaming. O’Connor betonte, dass die relevanten Programme wie geplant voranschreiten und die Versorgung gesichert sei, um die Prognosen von AMD zu unterstützen und möglicherweise zu übertreffen. Er beschrieb den Ton des Gesprächs als positiv und fügte hinzu, dass das Unternehmen mit voller Kapazität arbeite, da die Nachfrage weiterhin das Angebot übersteige.
Piper Sandler sieht in AMD eine wichtige Investitionsmöglichkeit im Zusammenhang mit dem Wachstum der agentischen künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen hat letzte Woche die Berichterstattung über AMD aufgenommen und einen ausführlichen thematischen Bericht über AI-Computing mit dem Titel "Starving for Compute" veröffentlicht.
Starke Nachfrage in der Halbleiterindustrie
Die breitere Halbleiterindustrie profitiert ebenfalls von einer starken Nachfrage, trotz Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verlangsamung der Investitionen in die AI-Infrastruktur. Die Bank of America prognostiziert, dass der adressierbare Gesamtmarkt der Halbleiterindustrie von $1,7 Billionen im Jahr 2026 auf $3,2 Billionen bis 2030 nahezu verdoppeln wird. Das Wachstum wird hauptsächlich durch Speicher und Rechenzentren angetrieben, zusammen mit einer schrittweisen Erholung in den Automobil- und Industriesektoren.
Analysten der Bank of America, angeführt von Vivek Arya, haben keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Kundenbestellungen, langfristigen Vereinbarungen, Kapazitätsverpflichtungen oder Halbleiterpreise gesehen, trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der Ausgaben für AI-Infrastruktur. Die Preise für DRAM- und NAND-Speicher blieben in der vergangenen Woche weitgehend stabil. Zudem wurden steigende Preise für GPU-Mieten als Indikator für die anhaltende Nachfrage genannt. Der Mietpreis für Nvidias B200 GPU lag bei $5,72 pro Stunde, was einen kontinuierlichen Anstieg über die letzten zwei Monate darstellt und weniger als 10 % unter dem Höchststand von etwa $6,10 im März liegt.
AMD hat ebenfalls angegeben, keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Kundenbestellungen zu sehen.
Potenzielle Führer in der Halbleiterbranche
Arya erklärte, dass das Jahr 2027 weitgehend ausgebucht oder vertraglich gebunden sei, was Anbieter von Rechenleistung, Netzwerken und Speicher betrifft. Auch 2028 könnte durch eine stärkere Nachfrage nach CPUs, XPU-Anbindungen, neuen optikbasierten Scale-up-Technologien und AI-Beschleunigern von anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen und GPU-Anbietern eingeschränkt bleiben.
Obwohl der Halbleitersektor kurzfristig in einer engen Spanne bleiben könnte, identifizierte die Bank of America mehrere Unternehmen, die möglicherweise größere Widerstandsfähigkeit zeigen. Die Bank hob Nvidia und AMD im Bereich der Rechenleistung hervor, Marvell im Netzwerkbereich sowie Analog Devices und onsemi bei analogen Chips. Zudem könnten Micron, Lam Research, Applied Materials und Intel Gewinne erzielen, falls der Markt wieder an Schwung gewinnt.

