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Warum Deutschlands Nudelregale von Italien beherrscht werden

19. Januar 2026, 21:00 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Warum Deutschlands Nudelregale von Italien beherrscht werden
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Reduzierte US-Zölle fördern italienische Nudelexporte, die in Deutschland den Markt beherrschen, trotz starker einheimischer Produktion.

Strafzölle als Erleichterung für Italiens Exporteure

Zum Jahreswechsel kam aus Washington eine Nachricht, die Italiens Nudelindustrie aufatmen ließ. Die von der US-Regierung angekündigten Sonderzölle auf Pasta-Importe wurden deutlich reduziert. Statt eines Aufschlags von mehr als 90 Prozent fallen nun – je nach Hersteller – nur noch einstellige bis niedrige zweistellige Prozentsätze an. Für ein Land, das den Großteil seiner Produktion ins Ausland verkauft, ist das von zentraler Bedeutung: Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste Absatzmarkt, Deutschland folgt direkt auf Platz zwei.

Allein 2024 importierte die Bundesrepublik rund 450.000 Tonnen italienischer Teigwaren im Wert von über 500 Millionen Euro. Mehr als vier Fünftel aller hier verkauften Importnudeln stammen damit aus Italien – vor allem von Marken wie Barilla oder Buitoni.

Starke Inlandsproduktion, schwache Marktposition

Dabei verfügt Deutschland selbst über eine beachtliche Nudelindustrie. Rund 21 größere Betriebe stellten 2024 knapp 300.000 Tonnen her, etwa zur Hälfte Eiernudeln und zur Hälfte Hartweizenprodukte. Bekannte Namen wie Riesa, Bernbacher, Birkel oder 3 Glocken produzieren in großem Stil – auch wenn einige Marken inzwischen zu internationalen Konzernen gehören.

Ein Teil dieser Ware geht in den Export, insbesondere nach Frankreich, Großbritannien und Polen. Gleichzeitig wächst jedoch der Importanteil stetig. Nach Schätzungen des Branchenverbandes werden inzwischen fast drei Viertel der in Deutschland verzehrten Nudeln aus dem Ausland bezogen.

Preiskampf im Handel als Haupttreiber

Aus Sicht der Getreide- und Teigwarenwirtschaft liegt die Ursache nicht in Qualitätsunterschieden, sondern in der Preisstrategie des Einzelhandels. Italienische Markenprodukte werden regelmäßig als Lockangebote eingesetzt, oft zu Margen, mit denen deutsche Produzenten kaum konkurrieren können.

„Wir haben leistungsfähige Landwirte, die erstklassigen Hartweizen erzeugen, und moderne Betriebe, die hochwertige Pasta herstellen“, betont Verbandschef Peter Haarbeck. Umso schwerer wiege es, dass der Markt dennoch von Importware dominiert werde. Sein Appell: mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für regionale Erzeugnisse.

Nudelhunger auf Rekordniveau

Der strukturelle Trend spielt den Herstellern grundsätzlich in die Karten. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat im Wirtschaftsjahr 2024/25 mit rund 10,1 Kilogramm einen neuen Höchststand erreicht. Damit liegt der Konsum sogar über dem Pandemiehoch, als Hamsterkäufe die Nachfrage zeitweise explodieren ließen und die Preise kräftig anzogen.

Spaghetti bleiben unangefochtene Nummer eins

An der Beliebtheit einzelner Sorten hat sich wenig geändert. Umfragen zeigen: Spaghetti sind mit großem Abstand die Lieblingsnudel der Deutschen. Es folgen Fusilli, Bandnudeln und Tagliatelle, danach Klassiker wie Penne, Makkaroni und Spätzle. Die Wahl hängt nicht nur vom Geschmack, sondern auch von funktionalen Eigenschaften ab – etwa davon, wie gut eine Form Sauce bindet oder sich für Salate eignet.

Was bleibt, ist ein paradoxes Bild: Während Deutschland so viele Nudeln isst wie nie zuvor, profitieren davon vor allem die Produzenten südlich der Alpen. Die heimische Branche sieht sich gut aufgestellt – wartet aber noch darauf, dass sich das auch in den Regalen widerspiegelt.

Märkte / Nudeln / Italien / Deutschland / Zölle / Export / Import
[Eulerpool News] · 19.01.2026 · 21:00 Uhr
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