Warum Datensouveränität zum Wettbewerbsvorteil wird
Sichere KI als Produktivitätsfaktor

26. Januar 2026, 10:24 Uhr · Quelle: Pressebox
Warum Datensouveränität zum Wettbewerbsvorteil wird
Foto: Pressebox
Sebastian Eder, CTO von idgard
Sebastian Eder betont, dass Datensouveränität den kontrollierten Einsatz von KI ermöglicht und Risiken minimiert.

Otterfing, 26.01.2026 (PresseBox) - Unternehmen wollen KI nutzen, doch Datenschutz und Regulierung bremsen sie oft aus. Sebastian Eder, CTO von idgard, zeigt, wie sich beides verbinden lässt – und warum echte Produktivität erst dort entsteht, wo Datensouveränität gewährleistet ist.

Herr Eder, kaum ein Thema prägt den digitalen Wandel so stark wie Künstliche Intelligenz. Vielerorts wird experimentiert, gleichzeitig herrscht Unsicherheit. Wie würden Sie den aktuellen Stand der Unternehmen beim Thema KI beschreiben?

Sebastian Eder: Ich sehe im Wesentlichen drei Gruppen. Die größte befindet sich im Pilotmodus. Sie testet zunächst, was KI grundsätzlich leisten kann, und ist dabei zurückhaltend, weil sie unsicher ist, welche Daten sie einsetzen darf und was mit diesen Informationen geschieht. Die zweite Gruppe – etwa Unternehmen aus hochregulierten Branchen – darf KI gar nicht verwenden. Und eine dritte, noch sehr kleine Gruppe, hat bereits Policies und Datenklassifizierungen geschaffen, um KI zumindest in Ansätzen produktiv zu nutzen.

Was unterscheidet Unternehmen, die KI ausprobieren, von denen, die sie strategisch integrieren?

Sebastian Eder: Wer KI strategisch integriert, hat klare Ziele, definiert Kennzahlen zu Nutzen, Risiko und Compliance, und etabliert klare Freigabeprozesse. KI darf kein Experimentierfeld bleiben, sondern muss Teil der IT- und Sicherheitsarchitektur sein. Dazu gehört auch ein Verständnis von Datensouveränität, also dem bewussten Umgang mit vertraulichen Informationen in jeder Phase der Datenverarbeitung. Entscheidend ist das deshalb, weil KI-Systeme immer mit Unternehmensdaten arbeiten und damit mit hoch sensiblen Informationen. Nur wer genau weiß, wo diese Daten liegen und wie sie geschützt sind, kann KI kontrolliert einsetzen.

Sie sprechen Datensouveränität an. Warum ist sie aus Ihrer Sicht der zentrale Hebel für produktive KI?

Sebastian Eder: Viele Unternehmen zögern, KI breiter einzusetzen, solange unklar ist, was mit ihren Daten geschieht. Erst wenn der Schutz auch während der Verarbeitung, bei Data in Use, gewährleistet ist, entsteht das Vertrauen für den produktiven Einsatz. Datensouveränität bedeutet für mich, dass das Unternehmen die Kontrolle behält, während es mit KI effizient arbeiten kann.

Viele nutzen heute einfach große, frei zugängliche Large Language Models (LLMs). Wo sitzen dort die größten Risiken?

Sebastian Eder: Die bekanntesten Risiken sind die sogenannten Halluzinationen, also falsche, aber auf den ersten Blick überzeugend klingende Antworten. Daran haben sich viele User inzwischen gewöhnt. Weitaus problematischer ist der unbewusste Datenabfluss. Prompts und Antworten können gespeichert, zum Training der Modelle verwendet oder unter Umständen von Dritten eingesehen werden.

Dieses Risiko wird häufig unterschätzt. Kritisch wird es etwa, wenn Mitarbeitende vertrauliche Informationen wie Vertragsentwürfe oder strategische Pläne in ein öffentliches KI-Tool eingeben. Selbst wenn diese Daten nicht zum Training genutzt werden, verlassen sie den geschützten Unternehmenskontext und liegen auf fremden Servern. Damit könnten sensible Informationen in falsche Hände geraten oder wirtschaftlich missbraucht werden.

Reicht es denn nicht aus, Kommunikation und Speicher zu verschlüsseln?

Sebastian Eder: Leider nein. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Daten während des Transports (Data in Transit) und im Ruhezustand (Data at Rest), macht aber eine Verarbeitung weitestgehend unmöglich, da die Daten nur in verschlüsselter Form vorliegen.

KI arbeitet mit Data in Use, also mit Informationen, die aktiv verarbeitet werden. Diese Lücke schließt Confidential Computing. Die Verarbeitung erfolgt in einer speziell gesicherten Hardwareumgebung, auf die Unbefugte keinen Zugriff haben. Damit ist die technische Grundlage gelegt. Entscheidend ist jedoch, dass auch der Cloud-Betrieb so ausgestaltet wird, dass Unternehmen die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.

Was unterscheidet eine souveräne Cloud-Lösung wie idgard von klassischen Public-Cloud-Ansätzen?

Sebastian Eder: Eine souveräne Cloud stellt sicher, dass Unternehmen technisch und rechtlich die Kontrolle über ihre Daten behalten. Zentrales Prinzip ist die Betreiberblindheit, die wir mit unserer Sealed Cloud umsetzen. Wir kombinieren verschlüsselte Übertragung, Schlüsselverwaltung durch die Nutzer und eine hochgesicherte Verarbeitungszone. So bleibt der gesamte Datenpfad auditierbar, ohne dass Informationen für Dritte einsehbar sind. Auch Administratoren oder wir als Betreiber haben keinen Einblick.

Wie wirkt sich dieses Prinzip im KI-Kontext aus?

Sebastian Eder: Für KI ist dieser Schutz entscheidend, weil Modelle auf Data in Use zugreifen müssen. In unserer Architektur kann das in einer abgeschirmten Hardware und Softwareumgebung passieren, in der die Modelle sicher ausgeführt werden können.

Confidential Computing bildet die technische Basis, die Sealed Cloud sichert den gesamten Datenpfad. Vor allem für KRITIS-Unternehmen oder regulierte Branchen ist das ein echter Fortschritt. Sie können KI nutzen, ohne gegen regulatorische Vorgaben zu verstoßen, und das bei unverändert hoher Sicherheit.

Das vollständige Interview lesen Sie auf it-daily.net

Sicherheit / KI / Datensouveränität / Datenschutz / Cloud-Sicherheit / Confidential Computing
[pressebox.de] · 26.01.2026 · 10:24 Uhr
[0 Kommentare]
Abschied Vallée Regionalgruppensprecher OS/MS
Münster, 18.02.2026 (PresseBox) - Am 11. November 2025 traf sich die BVL-Regionalgruppe Münster/Osnabrück zu ihrem 128. Treffen. Für die rund 30 Teilnehmenden war es ein besonderer Abend, denn nach über 12 Jahren engagierter Arbeit verabschiedet die Bundesvereinigung Logistik (BVL) Prof. Dr. Franz Vallée aus seiner Rolle als Sprecher der Regionalgruppe. […] (00)
vor 1 Stunde
Bombenalarm am Sitz von Frankreichs Linkspartei in Paris
Paris (dpa) - Der gewaltsame Tod eines rechten Aktivisten am Rande einer Veranstaltung der französischen Linkspartei in Lyon heizt die politischen Spannungen in Frankreich vier Wochen vor der Kommunalwahl immer weiter an. Inzwischen seien elf Tatverdächtige festgenommen worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Wie der […] (00)
vor 5 Minuten
Testosteron gilt als zentrales Hormon für Leistungsfähigkeit, Vitalität und körperliches Gleichgewicht. Es beeinflusst Muskelaufbau, Fettstoffwechsel, Libido, Stimmung und Knochendichte. Mit zunehmendem Alter, aber auch durch Stress, Schlafmangel und Bewegungsmangel, kann der Spiegel sinken. Wer sein Testosteron natürlich unterstützen möchte, sollte […] (00)
vor 4 Stunden
Apple rüstet die Cloud-Infrastruktur für Apple Intelligence auf
Apple arbeitet mit Hochdruck an der Optimierung seiner Server-Infrastruktur, um die wachsenden Anforderungen von Apple Intelligence zu bewältigen. Neuesten Erkenntnissen zufolge hat das Unternehmen damit begonnen, seine Private Cloud Compute-Server mit den kommenden M5-Chips auszustatten. […] (00)
vor 2 Stunden
PS Plus März 2026: Diese 6 Spiele fliegen am 17. März aus dem Katalog
Wer PS Plus Extra oder Premium abonniert hat, kennt das Spiel: Jeden Monat kommen neue Titel in den Katalog und andere verschwinden wieder. Am 17. März 2026 ist es wieder so weit: Sechs Spiele verlassen den Dienst, darunter mit Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge einer der beliebtesten Brawler der letzten Jahre. Welche Spiele […] (00)
vor 1 Stunde
Bergland-Krimi: Ferres steigt wieder ein
Der RTL-März bringt zwei neue Krimi-Storys mit ihr als Ermittlerin. Mit zwei neuen Filmen kehrt die RTL-Reihe Alpentod - Ein Bergland-Krimi zurück zum "Tödlichen Dienst-Tag". Veronica Ferres (Birgit Reincke), Tim Oliver Schultz (Jonas Becker) und Salka Weber (Dr. Marie Sonnleitner) ermitteln erneut zwischen Bergwelt und tödlichen Abgründen. Zu sehen sein werden die beiden frischen Folgen zum […] (00)
vor 3 Stunden
Olympische Winterspiele 2026
Cortina d'Ampezzo (dpa) - Lena Dürr zeigte im womöglich schmerzhaftesten Moment ihrer Karriere wahre Größe. Der Medaillen-Traum der deutschen Skirennfahrerin bei den Olympischen Winterspielen platzte auf dramatische Art und Weise - und im zweiten Lauf schon nach weniger als zwei Sekunden. Doch die Siegerehrung ließ sich die tief enttäuschte 34-Jährige […] (03)
vor 1 Stunde
Sierra Madre Gold and Silver hat sich als eines der führenden Unternehmen der TSX Venture Exchange für 2026 positioniert. Das Unternehmen wurde in die angesehene Liste der TSX Venture 50 aufgenommen, die die besten Performances des Jahres an der Börse auszeichnet. Bewertet werden die Unternehmen anhand von Aktienkurssteigerungen, dem Wachstum der […] (00)
vor 21 Minuten
 
Zwischen Damenmode und Leistungssport
Freiburg im Breisgau, 18.02.2026 (PresseBox) - Momentan schaut die Welt auf den Schanzentisch. […] (00)
Kupferpreis im Fokus: J.P. Morgan hebt Langfrist-Prognose auf 12.000 US-Dollar je Tonne an
Hamburg, 18.02.2026 (PresseBox) - Der US-amerikanischen Großbank J.P. Morgan zufolge […] (00)
Winterchaos im Flugverkehr: Welche Versicherungen greifen – und wo Reisende oft falsch liegen
Mannheim, 17.02.2026 (lifePR) - Schnee, Eis und Sturm bringen den europäischen […] (00)
Studenten in einer Bibliothek (Archiv)
Berlin - Die Linke hat den Vorschlag von Unionsfraktionschef Jens Spahn, […] (03)
Damon Wayans Jr. übernimmt Hauptrolle in «Puzzled»
Der Schauspieler wird in dem neuen Crime-Drama einen Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten […] (00)
ARC Raiders: Embark sperrt Spieler wegen Coins-Duplikations-Exploit
Nachdem ein massiver Coins-Duplikations-Exploit in ARC Raiders wochenlang das […] (00)
KI-Suche verändert, wie Menschen Informationen finden. Statt nur auf 10 blaue Links […] (00)
Olympische Winterspiele 2026
Cortina d'Ampezzo (dpa) - Nach seinem Gold-Coup war Johannes Lochner zu […] (00)
 
 
Suchbegriff