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Warum ByteDance TikTok lieber opfern würde als es zu verkaufen

11. Januar 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Am 19. Januar könnte TikTok in den USA verboten werden. ByteDance hat einen Plan B – doch warum der Konzern einen Verkauf vehement ablehnt, offenbart tieferliegende Gründe.

Das Ende einer Ära?

In wenigen Tagen könnte TikTok, die beliebteste Kurzvideo-Plattform der Welt, aus den USA verschwinden. Der Grund: Die US-Regierung will TikTok verbieten, wenn der Mutterkonzern ByteDance die Plattform nicht an amerikanische Eigentümer verkauft.

Doch ByteDance lehnt diesen Schritt kategorisch ab – und ist bereit, die Plattform im größten Einzelmarkt der Welt lieber zu schließen, als seine wertvollste Ressource preiszugeben: den Quellcode hinter TikToks einzigartigen Algorithmen.

Warum ByteDance nicht nachgibt

Der wahre Schatz von TikTok ist nicht die App selbst, sondern die Technologie, die sie antreibt. Der Algorithmus analysiert in Echtzeit das Nutzerverhalten, entdeckt Trends und sorgt für eine beispiellose Verweildauer der Nutzer.

ByteDance weiß, dass dieser Code nicht nur das Herzstück von TikTok, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil im globalen Tech-Rennen ist.

Der Verlust des US-Marktes könnte TikTok Milliarden kosten – doch ein Verkauf würde die Algorithmen preisgeben.

„Ein Verkauf ohne die Algorithmen wäre bedeutungslos“, erklärte ein ByteDance-Sprecher. Doch genau diese Algorithmen würde China niemals freigeben – die Technologie unterliegt strikten Exportkontrollen.

Plan B: Das Rettungsboot Lemon8

Seit Herbst 2023 bewirbt ByteDance in den USA eine neue App: Lemon8. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Lifestyle-Netzwerk, doch die Parallelen zu TikTok sind unverkennbar.

Nutzer können sich mit ihrem TikTok-Login anmelden und ihre Inhalte sowie Follower übernehmen. Lemon8 ist das potenzielle Rettungsboot, sollte TikTok tatsächlich verboten werden.

Experten sind sich jedoch uneinig, ob Lemon8 nicht ebenfalls unter das geplante Verbot fallen würde – schließlich gehört auch diese App zu ByteDance.

Verbot oder Verkauf: Ein Zwang ohne Lösung

Die US-Regierung sieht im TikTok-Verbot eine Frage der nationalen Sicherheit. Der Vorwurf: ByteDance könnte die Daten von über 170 Millionen US-Nutzern an chinesische Behörden weiterleiten.

ByteDance weist dies vehement zurück, doch die politischen Spannungen zwischen den USA und China lassen kaum Raum für Kompromisse.

Ein Zwangsverkauf wäre für ByteDance nicht nur wirtschaftlich riskant, sondern auch ein Präzedenzfall. „Sollten wir nachgeben, öffnen wir die Tür für weitere Einschränkungen und könnten das Vertrauen unserer Nutzer weltweit verlieren“, so ein Analyst aus Peking.

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Das Ringen um die Zukunft von TikTok

ByteDance hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet, um das Verbot abzuwenden. Der Konzern argumentiert, dass das Gesetz verfassungswidrig sei und das Recht auf freie Meinungsäußerung verletze. Auch zahlreiche Influencer und Bürgerrechtsorganisationen haben sich hinter TikTok gestellt.

Am Freitag entscheidet der Supreme Court über die Zukunft der Plattform. Sollte das Verbot in Kraft treten, wären Apple und Google verpflichtet, TikTok aus ihren App-Stores zu entfernen.

Die Domain Tiktok.com würde in den USA per DNS-Sperre blockiert. Ein Umgehen solcher Sperren durch VPNs wäre zwar möglich, doch die meisten Nutzer dürften abgeschreckt werden – TikTok würde seinen US-Markt verlieren.

Die Schattenseite des Erfolgs

TikToks Aufstieg hat gezeigt, wie mächtig soziale Netzwerke im digitalen Zeitalter sein können. Doch der Fall verdeutlicht auch die geopolitischen Spannungen, die diese Macht begleiten.

Während ByteDance verzweifelt nach Lösungen sucht, beobachten Konkurrenten wie Meta und YouTube das Geschehen genau. Ein Verbot könnte den Weg für deren Wachstum ebnen – oder gar neue Plattformen ins Rampenlicht rücken.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 11.01.2025 · 20:00 Uhr
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