Investmentweek

Warum Apple und Meta ein Startup kaufen wollen, das kaum jemand kennt

28. Juni 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Das junge Unternehmen Perplexity AI bringt frischen Wind in die Welt der KI-Suche – und steht nun offenbar auf den Wunschlisten zweier Tech-Riesen. Doch was macht die Firma so besonders? Und wie glaubwürdig ist das Kaufinteresse wirklich?

Ein Startup, das Google und ChatGPT herausfordert

Perplexity AI – gegründet 2022, kaum drei Jahre alt – will nicht weniger als das Suchen im Internet neu erfinden. Statt blauer Links gibt es hier direkte Antworten, prägnant zusammengefasst, auf Basis mehrerer KI-Modelle. Die Besonderheit: Alle Informationen sind mit Quellen belegt, was in Zeiten zunehmender Desinformation nicht unerheblich ist.

Der Nutzer bekommt also nicht nur eine KI-generierte Antwort, sondern gleich auch die Belege dazu. Und das funktioniert nicht nur für Suchbegriffe, sondern auch für ganze Dateien, Reiserouten oder sogar eigene Projekte.

Klingt nach einem Nischenprodukt – ist es aber nicht. Bereits wenige Monate nach dem Start nutzten über zwei Millionen Menschen die Plattform. Mittlerweile gehört Perplexity zu den dynamischsten KI-Startups im Silicon Valley. Auch weil sie sich nicht nur auf „Fragen und Antworten“ beschränken: Mit dem Projekt Comet entwickelt das Unternehmen aktuell sogar einen eigenen Webbrowser.

Und dieser soll – ähnlich wie ChatGPT mit dem „Browse“-Modell – direkt mit der KI interagieren. Der Anspruch ist also größer als der vieler Mitbewerber.

Zuckerberg wollte zugreifen – Apple zögert noch

Laut US-Medien hatte Meta bereits konkrete Gespräche über eine mögliche Übernahme geführt. Offenbar scheiterten diese – wie so oft bei Meta – nicht an der Technik, sondern an der Preisfrage.

Perplexity positioniert sich als transparente Antwortmaschine: Statt bloßer KI-Texte liefert das Tool Ergebnisse mit nachprüfbaren Quellen. Eine Abgrenzung zu Wettbewerbern wie ChatGPT oder Gemini – aber auch ein rechtlicher Graubereich.

Apple hingegen denkt offenbar noch nach. Intern wird über einen Zukauf diskutiert, der strategisch gleich mehrere Probleme lösen könnte: Die Partnerschaft mit OpenAI steht politisch unter Druck, der eigene Sprachassistent Siri gilt als überholt, und der milliardenschwere Suchmaschinen-Deal mit Google wackelt wegen eines laufenden Kartellverfahrens.

Perplexity würde gleich mehrere Lücken füllen – vor allem im Bereich der Suchtechnologie. Noch betreibt Apple keine eigene KI-Suchmaschine. Und genau hier wird es brisant: Sollte der Deal mit Google kippen, fehlt Apple nicht nur der Umsatz aus der Standard-Suchmaschine im Safari-Browser, sondern auch eine glaubwürdige Alternative.

Perplexity wäre für Apple mehr als nur ein Startup

Ein Kauf von Perplexity wäre kein reiner Tech-Deal – es wäre ein strategischer Befreiungsschlag. Während OpenAI und Google längst global Maßstäbe setzen, steht Apple mit Siri und einigen iPhone-Funktionen noch am Startblock.

Die Integration einer bereits funktionierenden, multimodalen KI-Suchmaschine könnte Apple sofort konkurrenzfähig machen – gerade auch gegenüber Samsung, das kürzlich eigene KI-Funktionen mit Google Gemini vorgestellt hat.

Auch für Meta wäre Perplexity ein Coup gewesen. Die Llama-Modelle sind zwar technisch solide, aber Meta fehlt bisher die nutzerorientierte Oberfläche. Instagram und WhatsApp mögen Milliarden erreichen – aber eine native, Google-ähnliche KI-Plattform fehlt. Und die Kritik an Metas Datenschutz bleibt ein Thema, gerade in Europa.

Laut US-Medien führte Meta im Frühjahr 2025 konkrete Gespräche mit Perplexity. Ein Deal kam offenbar nicht zustande – ein möglicher Hinweis auf zu hohe Preisvorstellungen oder strategische Differenzen.

Ein Startup, das polarisiert

Perplexity ist kein unbeschriebenes Blatt. Während die Innovationskraft unbestritten ist, steht das Unternehmen in der Kritik. Medienhäuser wie BBC, Dow Jones und New York Post werfen der Plattform vor, urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Genehmigung genutzt zu haben. E

s geht um Traffic, der an die KI verloren ging – und damit letztlich um Werbeeinnahmen. Perplexity weist die Vorwürfe zurück, betont Transparenz und verweist auf Partnerschaften mit Medien wie TIME und Der Spiegel.

Dennoch bleibt ein Grundkonflikt bestehen: Wer Inhalte zusammenfasst und Quellen nennt, bewegt sich in einem Graubereich. Das gilt für Perplexity ebenso wie für ChatGPT oder Google AI Overviews. Die Debatte, wem digitale Inhalte gehören, wird in den kommenden Jahren an Schärfe zunehmen – und könnte auch über die Bewertung solcher Unternehmen entscheiden.

Was ein Deal für den Markt bedeuten würde

Ein Einstieg von Apple oder Meta bei Perplexity wäre ein klares Signal: Der Wettbewerb um die nächste Generation der Internetsuche ist eröffnet. Während Google bislang konkurrenzlos erschien, könnte ein solches Investment Bewegung in den Markt bringen.

Auch Microsoft würde genau hinsehen – schließlich ist man bei OpenAI tief involviert. Und kleinere KI-Player wie You.com, Anthropic oder Hugging Face könnten ebenfalls zu Übernahmekandidaten werden.

Finanzen / Startups & VC
[InvestmentWeek] · 28.06.2025 · 12:00 Uhr
[0 Kommentare]
Rheinmetall-Wende: Citigroup schlägt Alarm – Kursziel 1.408 Euro trotz Kursabsturz
Monatelang kannte die Rheinmetall-Aktie nur eine Richtung: abwärts. Ein Minus von gut 26 Prozent seit Jahresbeginn drückte das Papier in der Vorwoche auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 1.118 Euro. Nun sorgt die Citigroup für einen Stimmungswechsel: Die US-Bank stufte den DAX-Konzern am Montag von „Neutral" auf „Buy" hoch und sieht die Marktsorgen als […] (00)
vor 20 Minuten
Patient mit Infusionsständer (Archiv)
Berlin - Die Finanzprobleme in der Pflege sind offenbar größer als bislang erwartet. Laut GKV-Spitzenverband hat die soziale Pflegesicherung im ersten Quartal 2026 ein Minus von 667 Millionen Euro eingefahren. Und das trotz eines Darlehens von 800 Millionen Euro. Für das Jahr erwartet GKV-Chef Oliver Blatt ein Minus von rund einer Milliarde Euro. Rechne […] (00)
vor 24 Minuten
Nicholas Galitzine hat zugegeben, dass er sich wie ein 'kompletter Betrüger' fühlte, als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog.
(BANG) - Nicholas Galitzine fühlte sich wie ein "kompletter Betrüger", als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog. Der 31-jährige Schauspieler verkörpert Prinz Adam und dessen Superhelden-Alter-Ego im neuen Film 'Masters of the Universe', und vor seiner dramatischen körperlichen Transformation für die Rolle gab er zu, dass er sich "unwürdig" fühlte, […] (00)
vor 15 Stunden
Teile aus dem 3D-Drucker für die Ukraine
Berlin/Kiew (dpa) - Die Ukraine hat eine Armee, die auch in Deutschland aktiv ist: Drukarmija (Druckarmee) heißt eine Freiwilligenorganisation, deren Aktivisten mit 3D-Druckern massenhaft kleine Plastikteile herstellen. Sie drucken fast alles, was Soldaten und Rettungskräfte der Ukraine bei der Abwehr der russischen Invasion brauchen: Drohnenzubehör, […] (00)
vor 4 Stunden
MSI gewinnt mehrere COMPUTEX 2026 Awards
MSI, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Gaming und High-Performance Computing, hat auf der COMPUTEX 2026 vier Best Choice Awards gewonnen. Den Höhepunkt bildet der Gold Award für die Flaggschiff-Grafikkarte GeForce RTX 5090 32G LIGHTNING Z. Die Auszeichnungen in den Bereichen Kernkomponenten, smarte Peripheriegeräte und ein Jubiläums- […] (00)
vor 13 Stunden
«Rosen und Reis» fällt im Ersten gnadenlos durch
Die Hochzeitskomödie mit Anneke Kim Sarnau und Oliver Wnuk interessierte kaum jemanden. Selbst beim jungen Publikum blieb das Erste am Freitagabend nahezu unsichtbar. Mit der romantischen Komödie Rosen und Reis wollte Das Erste am Freitagabend eigentlich leichte Unterhaltung zur Primetime servieren. Doch das Publikum hatte offensichtlich andere Pläne: Lediglich 1,73 Millionen Menschen […] (00)
vor 1 Stunde
Nationalmannschaft - Bekanntgabe WM-Kader Deutschland
Berlin (dpa) - Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht im verletzungsbedingten Fehlen von Manuel Neuer beim DFB-Pokalfinale mit Blick auf die Fußball-WM «gar kein Problem». Der Kapitän des FC Bayern München setzt im Endspiel gegen den VfB Stuttgart heute (20.00 Uhr/ARD und Sky) wegen muskulärer Probleme in der linken Wade aus. Nagelsmann lobte die […] (00)
vor 10 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 1 Stunde
 
Zunehmende Spannungen und Marktimplikationen Die geopolitische Landschaft wird […] (00)
Wachsende Unzufriedenheit unter der Jugend In einem auffälligen Ausdruck von […] (00)
kostenloses stock foto zu 4k wallpaper, anlagekonzept, bitcoin
Solana befindet sich weiterhin in einer vorsichtigen Konsolidierungsphase. Die […] (00)
Minenunglück in Nordchina
Qinyuan (dpa) - Nach einer Gasexplosion in einer chinesischen Kohlemine in der nordchinesischen […] (00)
Alexander Zverev
Paris (dpa) - Bei seinem nächsten Anlauf auf den ersehnten ersten Grand-Slam- […] (00)
Kurioser Fehler bei Google: GTA 6 angeblich für 16 Pence gelistet
Rund um den möglichen GTA 6 Preis kursieren seit Monaten unzählige Spekulationen. […] (00)
Apple Intelligence in iOS 27: Die neue KI-Sprachsteuerung kommt
Apple hat kürzlich eine spannende Vorschau auf kommende Bedienungshilfen für Geräte […] (00)
Primetime-Check: Donnerstag, 21. Mai 2026
Erwähnenswert ist, dass Nischensender DMAX mit Rettungs-Dokusoaps nach 21.15 Uhr stärker […] (00)
 
 
Suchbegriff