Wagners Soldaten fortwährend in Belarus
Die Wagner-Gruppe, eine russische Privatarmee, hält laut britischen Geheimdienstinformationen weiterhin rund 1000 Söldner in Belarus bereit. Diese Truppe, so das Verteidigungsministerium in London, sei überwiegend mit Trainingsaufgaben der belarussischen Streit- und Sicherheitskräfte beauftragt. Die Anwesenheit der Wagner-Söldner in Belarus, einem engen Verbündeten Russlands, beginnt nicht erst gestern: Sie betraten belarussischen Boden im Juni des vergangenen Jahres, nach einer gescheiterten Rebellion gegen das russische Militärestablishment unter der Führung von Söldnerchef Jewgeni Prigoschin. Zu jenem Zeitpunkt belief sich die Zahl der dort stationierten Privatarmeeangehörigen auf etwa 8000 Personen.
Trotz der signifikanten Reduzierung ihrer Präsenz wird davon ausgegangen, dass die verbleibenden Wagner-Kämpfer sich nicht in innerstaatlichen Sicherheits- oder Grenzschutzangelegenheiten von Belarus einbringen werden. Eine solche Nutzung durch den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko gilt als unwahrscheinlich. Dennoch stellt die fortbestehende Anwesenheit dieser Söldnertruppe einen Vorteil für die russischen Kriegsbemühungen dar. So muss die Ukraine entlang ihrer nördlichen Grenzregionen zu Belarus Kräfte binden, um eventuellen Invasionen vorzubeugen und eine stabile Verteidigungslinie zu gewährleisten.
Das britische Verteidigungsministerium teilt seit dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges fast täglich Geheimdiensterkenntnisse über die militärische Situation. Russland hingegen wirft Großbritannien vor, durch derartige Publikationen gezielt Desinformation zu verbreiten. (eulerpool-AFX)

