Wadephul sieht Zeit für durchdachten Friedensplan als entscheidend an
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul äußerte sich skeptisch über die schnelle Umsetzung des von den USA vorgeschlagenen Friedensplans für die Ukraine. In einem Interview betonte der CDU-Politiker, dass derzeit keine Eile vonnöten sei, da die Grundlage für einen dauerhaften Frieden sorgsam durchdacht werden müsse. Wadephul räumte ein, dass ein rasches Ende der Gefechte wünschenswert sei, zweifelte jedoch daran, dass dies in Kürze möglich sei.
Der von den USA vorgelegte Plan umfasst 28 Punkte und sorgt für hitzige Debatten, da er von der Ukraine erhebliche Zugeständnisse verlangt. US-Präsident Donald Trump setzt Kiew eine Frist bis zum kommenden Donnerstag, um den Plan im Wesentlichen zu akzeptieren. Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte seinerseits die schwierige Entscheidung dar, zwischen dem Erhalt der nationalen Würde und der Unterstützung der USA abzuwägen.
Auf die Frage, ob die Ukraine von den USA erpresst werde, blieb Wadephul zurückhaltend. Er habe von Washington gehört, dass über die Punkte diskutiert werden könne, und betonte das Bestreben der europäischen Seite, eine eigene Alternative zum amerikanischen Entwurf zu erarbeiten. Der Minister hob hervor, dass einige der vorgeschlagenen Punkte aus europäischer Sicht anders zu interpretieren seien.
Ein belastbarer Frieden erfordere eine neue Friedensarchitektur, die die Souveränität der Ukraine wahre und neue Sicherheitsgarantien biete. Skeptisch zeigte sich Wadephul zudem gegenüber einer in dem Plan geforderten Rückkehr Russlands in die internationale Gemeinschaft. Dafür seien umfassende rechtliche Anpassungen seitens Russlands erforderlich.

