Wacker Chemie trotzt Konjunkturflaute: Positive Impulse am Horizont
Wacker Chemie steht vor einem herausfordernden Jahr, während die konjunkturelle Schwäche das Orderverhalten vieler Kunden beeinflusst, insbesondere in der Bauindustrie. Dennoch zeigt sich der Konzernchef Christian Hartel optimistisch, was die Nachfrage nach Silikonen für Spezialanwendungen und Polysilizium für die Chipindustrie betrifft. Hier erwartet das Unternehmen einen Anstieg der Mengen, was die Aktie an der Börse trotz des schwierigen Umfelds nach oben trieb. Für 2025 prognostiziert Hartel einen Umsatz zwischen 6,1 und 6,4 Milliarden Euro mit einem Ebitda von 700 bis 900 Millionen Euro. Im ersten Quartal sollen rund 135 Millionen Euro erwirtschaftet werden, was unter den 172 Millionen des Vorjahres liegt.
Die unsichere US-Zollpolitik ist zwar ein Risikofaktor, doch sieht sich Wacker Chemie gut aufgestellt. In den USA ist der Konzern im Polymergeschäft fast unabhängig von Importen, bei Silikonen hingegen bleibt eine Restabhängigkeit. Zugleich werden höhere Kosten auf die Kunden umgelegt. Ende Januar hatte Wacker bereits einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf gut 5,7 Milliarden Euro gemeldet, wobei der Gewinn um etwa ein Fünftel auf 261 Millionen Euro fiel. Entsprechend wird die Dividende um 50 Cent auf 2,50 Euro je Aktie gesenkt.
Besonders herausfordernd bleibt das Polysilizium-Geschäft für Solaranlagen, das unter Nachfragerückgängen und Überkapazitäten in China leidet. Diskussionen um US-Anti-Dumping-Zölle gegen Solarprodukte aus Südostasien verstärkten die Unsicherheiten. Positiv bleibt der Ausblick für hochreines Polysilizium für die Elektronik- und Chipindustrie, das weiter ausgebaut werden soll. Die Bandbreite der Ebitda-Prognosen für 2025 von 100 bis 250 Millionen Euro verdeutlicht die Unsicherheiten. Auch die Polymer-Sparte könnte sich erholen, während die Silikon-Sparte mit höherem Umsatz und Marge glänzen soll.
Besonders erfreulich ist der Kursanstieg der Wacker Chemie Aktie um zuletzt rund fünf Prozent auf 79,50 Euro. Diese Erholung folgt einer Schwächephase und wird durch Pläne für ein milliardenschweres Infrastrukturpaket der künftigen Bundesregierung befeuert, obwohl dessen Umsetzung unsicher bleibt.

