Vorsicht vor vorschnellen Reaktionen im Grönland-Konflikt: Reiche mahnt zur Besonnenheit
Die europäische Reaktion auf die Zollankündigungen von Donald Trump im Zuge des sogenannten Grönland-Konflikts sollte laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wohlüberlegt sein. Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos gab die CDU-Politikerin zu bedenken, dass voreilige Gegenmaßnahmen kontraproduktiv wirken könnten, solange keine konkreten Details bekannt seien. "Maßnahmen sollten nur auf Grundlage gesicherter Informationen ergriffen werden", warnte sie und wies darauf hin, dass jede Uneinigkeit innerhalb Europas den Kontinent schwäche.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plädierte zuletzt für den Einsatz der EU-"Handels-Bazooka", ein Instrument zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung. Dieses umfasse Gegenzölle sowie Ein- und Ausfuhrbeschränkungen für Waren und Dienstleistungen. Die von den USA verhängten Zölle hatten im vergangenen Jahr bereits negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, und eine Wiederholung sei bei neuen Zöllen zu erwarten.
Reiche forderte Deutschland auf, sich auf seine bewährten wirtschaftlichen Stärken zu konzentrieren: die gute Kreditwürdigkeit, die solide industrielle Basis und ein starkes Rechtssystem. Zudem müsse das Land strukturelle Reformen anstoßen, insbesondere in den Bereichen der sozialen Sicherung, des Steuersystems und der Energiepreise.

