Vom „Liberation Day“ zur „Trumpflation“
Der aktuelle Neuwirth Finance Zins-Kommentar

08. April 2025, 12:40 Uhr · Quelle: LifePR
Die Zölle, die Donald Trump auf nahezu alle Importgüter erhob, könnten die US-Wirtschaft destabilisieren und zu einer „Trumpflation“ führen, die die Verbraucherpreise in die Höhe treibt. Experten warnen vor einer möglichen Stagflation, während Unsicherheiten und sinkende Börsenkurse zunehmen.

Starnberg, 08.04.2025 (lifePR) - Schon kurz nach der Vereidigung Donald Trumps zum US-Präsidenten sind wir im Rahmen des Zinskommentars auf die Folgen eines möglichen Handelskrieges auf die Zinsentwicklung eingegangen. Seit der kürzlichen Verabschiedung von breitgefassten Strafzöllen durch die USA auf fast alle Länder dieser Welt und deren Gütern, ist die globale Wirtschaft in großem Aufruhr und Rezessionsängste machen die Runde. Erfahren Sie in der heutigen Ausgabe des Zinskommentars mehr über die Hintergründe und Folgen der Zölle auf Wirtschaft und Zins.

Vom „Liberation Day“ zur „Trumpflation“

Donald Trump kündigte zunächst einen allgemeinen Zoll von zehn Prozent für alle importierten Güter an. Darüber hinaus verabschiedete der ehemalige Geschäftsmann für über180 Ländersog. „reziproke Zölle“, welche sich auf Grundlage einer dubiosen Rechnung ergeben. Und zwar ergibt sich der errechnete Zoll aus dem Anteil des Handelsdefizits mit den Exporten in die USA. Dieser Wert wird dann nochmal durch zwei geteilt und schon erhält man den ausgesprochenen Zoll (Vgl. Tabelle 1). Beispielsweise hatte die Europäische Union (EU) in 2024 ein Handelsdefizit von rund 198 Milliarden Euro mit den USA, während diese 532 Milliarden Euro in die USA exportierte. Daraus ergibt sich ein Straffzoll von 19 Prozent. Ausgesprochen hat Donald Trump einen Zoll von 20 Prozent auf Güter aus der EU. Aus der Tabelle 1 lassen sich die möglichen Zölle ablesen, wäre jedes EU-Land individuell mit einem Strafzoll belegt worden.

Interessant ist auch, dass sich die Handelsstatistiken der EU und die der USA für dieselben betrachteten Werte unterscheiden, sodass sich verschiedene Zölle ergeben, je nachdem welche Datengrundlage man verwendet. Beispielsweise hat Deutschland laut Eurostat ein Handelsdefizit von93 Milliarden Euromit den USA, obwohl die USA für denselben Wert85 Milliarden US-Dollarangibt. Die aufgeführte Tabelle 1 bezieht sich auf Eurostat-Daten, während die US-Regierung andere Daten verwendet.

Doch was genau erhofft sich die US-Regierung von dieser Maßnahme? Donald Trump sieht ein Handelsdefizit (Importe übersteigen die Exporte) als etwas Schlechtes und gar Diskriminierendes an und möchte wieder Industrie in die USA „zurückholen“. So erhofft sich der US-Präsident von den Zöllen, dass Unternehmen sich intensiviert sehen, wieder eine Produktion in den USA aufzubauen und dadurch Investitionen und Arbeitsplätze zu schaffen. Doch dieser Annahme widerspricht eigentlich jeder renommierte Ökonom. Gar das Gegenteilige wird geäußert. Donald will das Wasser somit bergauf laufen lassen.

In Folge der Zölle könnte die USA sogar weniger exportieren, als sie es heute tut. Das liegt unter anderem daran, dass viele Rohstoffe und Vorprodukte aus dem Ausland kommen und nicht direkt substituiert werden können. Darüber hinaus reagieren schon einige Länder, wie z.B. China, mit Gegenmaßnahmen, was wiederum amerikanische Produkte im Ausland teurer macht.

Zudem entsteht durch die individuelle „Besteuerung“ von Ländern eine große Unsicherheit, da unklar ist, ob die verabschiedeten Zölle von Dauer sind. Dadurch setzen Unternehmen Investitionen aus und auch Konsumenten könnten zurückhaltender werden. Insgesamt steigt das Rezessionsrisiko. Diese Angst lässt sich auch am Kursverfall an den Börsen ablesen.

Um die Auswirkungen der Zölle auf die Zinsen zu verstehen, muss insbesondere die Preisentwicklung in Betracht gezogen werden. Diese könnte, wie aus der Überschrift des Zinskommentars („Trumpflation“) deutlich wird, steigen. Und zwar nicht für ausländische Produzenten, sondern vor allem für die Konsumenten, denn weder die Exporteure noch die Importeure nehme signifikante Margenkürzungen in Kauf, sondern leiten die Preiserhöhungen in Folge der Zölle weiter an die Konsumenten.

Steigende Preise bedeuten in der Regel höhere Zinsen, um über die Nachfragesteuerung die Inflation zu senken. Der US-Notenbankchef, Jerome Powell,äußertebereits die Sorge, dass die Zölle für eine „zumindest zeitweise Erhöhung der Inflation“ sorgen könnte. Damit könnten mögliche Zinssenkungen ausgesetzt werden. Derzeit liegt der Zinskorridor zwischen 4,25 und 4,50 Prozent.

Auf dem Anleihemarkt hingegen überwiegt ein anderer Effekt. Dort fielen die Renditen, da eine potenzielle Rezession negative Effekte auf das Preisniveau haben könnte. Viele Investoren schichten ihr Portfolio von Aktien auf Anleihen um, da diese als „sicherer“ gelten und das lässt die Anleihepreise anziehen und die Rendite fallen.

Insgesamt könnten wir in eine Zeit hoher Preise und rezessiver Tendenzen schreiten, was unter Fachleuten als „Stagflation“ betrachtet wird. In diesem Fall sehen sich die Notenbanken vor dem Dilemma entweder die Wirtschaft zu unterstützen oder die hohen Preise zu bekämpfen. Letzteres ist das eigentliche Mandat der Notenbanken und wird in der Regel bevorzugt, womit wir im Falle einer anziehenden Inflation mit einem mindestens stabilen Zinsniveau rechnen müssen.

Der freie Handel ist der beste Handel. Jedes Land sollte sich auf die Industrien und Dienstleistungen fokussieren, wo es einen komparativen Vorteil gibt. Im Falle der USA sind dies Dienstleistungen. Hier erzielt die USA einen enormen Handelsüberschuss. Um eine heimische Produktion wieder aufzubauen, muss die USA Ressourcen aus anderen Industrien abziehen, da diese begrenzt sind. Damit könnte die USA zwar wieder mehr im eigenen Land produzieren, aber dabei den eigentlich starken Industrien, wie etwa der Technologiebranche, enorm schaden.

Wie sich die Lage weiterentwickelt, hängt auch davon ab wie die betroffenen Länder reagieren. Werden umfängliche Gegenmaßnahmen getroffen, würde das die erläuterten Effekte verstärken und womöglich zu einer globalen Rezession führen. Wenn das nicht klappt, könnte das eigene Klientel Donald Trump zur Vernunft bringen, denn diese leiden am meisten unter den Zöllen, da diese anteilig mehr für grundlegende Produkte aufwenden, die oft importiert werden.

Am Ende wird es ein Ende mit Schrecken sein, da seine Strategie sehr klar ist: „FLOOD THE ZONE“. Steve Bannon hat „The Donald“ mit dieser Strategie geimpft: Mit Schreckensnachrichten beginnen, sprich die Zone fluten. Wenn der Gegner verwirrt und verängstigt ist, dann wird verhandelt. Deswegen prahlte Donald Trump am Wochenende, dass sich schon 50 Staaten gemeldet hätten, um zu verhandeln. Vielleicht wird aus der "Liberation" eine Inflation.

Immobilien
[lifepr.de] · 08.04.2025 · 12:40 Uhr
[0 Kommentare]
Zwischen Stich und Linie – Achtsames Zeichnen in der Ausstellung mit Anne Nilges
Mainz, 23.02.2026 (lifePR) - Auf einem großen Blatt Papier entstehen spontan Linien, Punkte und Formen, die deinen Atem, deine Aufmerksamkeit und deine Stimmung sichtbar machen. Du wählst Stifte nach Lust und Laune, kombinierst Farben und Größen, lässt deine Hand frei über das Papier fließen – und am Ende kannst du als kleine Erinnerung einen Ausschnitt […] (00)
vor 5 Stunden
US-Generalstabschef Caine
Washington (dpa) - US-Generalstabschef Dan Caine hat Präsident Donald Trump und sein Team Medienberichten zufolge vor möglichen Risiken eines Militäreinsatzes im Iran gewarnt. Das berichten unter anderem das US-Nachrichtenportal «Axios» und die «Washington Post» unter Berufung auf mit den internen Diskussionen vertraute Quellen. Trump reagierte darauf […] (01)
vor 22 Minuten
Radiohead scheinen neue Projekte in Arbeit zu haben.
(BANG) - Radiohead scheinen neue Projekte in Arbeit zu haben. Fans sind in Aufruhr, nachdem alle fünf Mitglieder der legendären Band offiziell als Direktoren eines neu gegründeten Unternehmens aufgeführt wurden, das den vielsagenden Namen 'Futile Endeavours Limited' trägt. Wie aus Einträgen im britischen Handelsregister hervorgeht, wurden Thom Yorke, […] (00)
vor 6 Stunden
Apple plant Ankündigung fünf neuer Produkte nächste Woche
Der Bloomberg-Redakteur Mark Gurman berichtet in der aktuellen Ausgabe seines „Power On“-Newsletters, dass Apple in der kommenden Woche mindestens fünf neue Produkte vorstellen wird. Vom 2. bis zum 4. März 2026 dürfen sich Apple-Fans auf eine spannende, dreitägige Produktankündigung freuen. iPhone, Bild: pixabay 5 neue Apple Produkte im […] (00)
vor 7 Stunden
„Alles ist eine Xbox“ kam intern schlecht an – Bericht belastet Ex-Führung
Bei Microsoft weht ein neuer Wind. Nach dem überraschenden Abgang von Phil Spencer und dem Rücktritt von Sarah Bond steht die Xbox-Sparte vor einem Neustart. Doch ein aktueller Bericht von „The Verge“ sorgt nun für zusätzliche Brisanz. Demnach war die viel diskutierte Strategie „Everything is an Xbox“ intern deutlich umstrittener, als viele gedacht […] (00)
vor 1 Stunde
National Geographic WILD zeigt «Die geheimnisvolle Welt der Bienen»
Die neue Doku-Serie von James Cameron feiert Anfang April TV- und Streaming-Premiere. National Geographic WILD präsentiert mit Die geheimnisvolle Welt der Bienen den nächsten Teil der Emmy-prämierten Reihe «Die geheimnisvolle Welt der …». Produziert wurde die zweiteilige Dokumentation von Oscar-Preisträger James Cameron. Die deutsche TV-Premiere erfolgt am Sonntag, 5. April 2026, um 22: 00 […] (00)
vor 8 Stunden
dpa Chefredaktionskonferenz
Berlin (dpa) - Für Rudi Völler ist die schwelende Debatte um einen Boykott der Fußball-WM in den USA «sinnlos». Bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds zu dem Thema: «Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten.» Völler verwies auf seine Erfahrungen als […] (01)
vor 5 Stunden
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Solana (SOL) erlebt derzeit einen Kursrückgang, der sich inmitten einer allgemeinen Schwäche auf dem Kryptomarkt abspielt. Anleger ziehen sich zunehmend aus risikoreichen Positionen zurück. Nach mehreren Wochen kontinuierlicher Verluste ist der SOL-Kurs unter entscheidende technische Marken gefallen. Dies wirft die Frage auf, ob die aktuelle […] (00)
vor 1 Stunde
 
Krypto Magazin: Fachportal bietet umfassende Expertise und Orientierung im Markt
Bietigheim-Bissingen, 23.02.2026 (PresseBox) - Das Fachportal krypto-magazin.de hat […] (00)
Kieler Woche Inklusiv 2026 – Segeln verbindet alle
Kiel/Hoyerswerda, 23.02.2026 (lifePR) - Die Kieler Woche ist inklusiv! Unter dem […] (00)
Nach Investitionsoffensive: WEINIG bündelt Produktion
Tauberbischofsheim, 23.02.2026 (PresseBox) - Die WEINIG Gruppe hat in den vergangenen vier […] (00)
Britische Polizei (Archiv)
London - Peter Mandelson, der ehemalige britische Wirtschaftsminister und Botschafter […] (00)
Mächtige Regenmacher: Jeder Hektar Regenwald produziert mindestens 2,4 Millionen Liter Regen
Tropische Wälder gelten seit Langem als wichtige Kohlenstoffspeicher und Hotspots der […] (00)
bitcoin, currency, finance, coin, crypto, economy
Der XRP-Kurs hat seine Verluste ausgeweitet und ist unter die Marke von […] (00)
«LOL: Last One Laughing» startet im Mai in die siebte Staffel
Die Prime-Original-Show kehrt am 14. Mai 2026 mit neuen Stars und bewährtem Lachverbot zurück. […] (00)
Olympische Winterspiele 2026
Verona (dpa) - Mit einer farbenfrohen Schlussfeier sind die Olympischen Winterspiele […] (02)
 
 
Suchbegriff