Vitalik Buterin überdenkt Ethereum L2-Strategie angesichts steigender ETF-Zuflüsse und Mainnet-Skalierung

Ethereum (ETH) befindet sich in einer neuen Phase, in der lang gehegte Annahmen über die Skalierung offen hinterfragt werden. Nachdem die Spot-Ethereum-ETFs nach mehreren Tagen von Abflüssen erstmals wieder Nettozuflüsse verzeichnen, zeigt auch die On-Chain-Aktivität auf dem Mainnet erneute Belebung. Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin fordert die Gemeinschaft auf, die Rolle der Layer-2-Netzwerke neu zu überdenken.
Buterins Botschaft ist klar: Das Basisschicht von Ethereum skaliert schnell genug, sodass L2s nicht mehr als Kapazitätsanbieter notwendig sind. Ihr zukünftiger Wert liegt in anderen Bereichen.
Ethereum Mainnet-Skalierung verändert die L2-Erzählung
In jüngsten Äußerungen erklärte Buterin, dass der ursprüngliche rollup-zentrierte Fahrplan von Ethereum nicht mehr den aktuellen Bedingungen entspricht. Erhöhungen des Gas-Limits und Protokoll-Upgrades haben den Durchsatz der Layer 1 erhöht und die Gebühren gesenkt, was die direkte Nutzung des Mainnets attraktiver macht.
Daten zeigen, dass die monatlich aktiven Adressen auf Ethereum L1 stark ansteigen, während die Gesamtnutzung von L2s zurückgegangen ist. Diese Verschiebung untergräbt die Vorstellung, dass L2s als "Ethereum-Shards" fungieren, die die volle Sicherheit und Zensurresistenz der Basisschicht erben.
Viele L2s haben Schwierigkeiten, fortgeschrittene Dezentralisierungsstufen zu erreichen und behalten oft zentrale Kontrollen aus betrieblichen oder regulatorischen Gründen bei. Laut Buterin skaliert eine Hochdurchsatzkette, die über eine Multisig-Brücke verbunden ist, Ethereum nicht selbst, da die Vertrauensannahmen unterschiedlich sind.
Da Ethereum direkt skaliert, sind L2s nicht mehr erforderlich, um grundlegenden Blockraum bereitzustellen. Diese Änderung, so Buterin, sollte Entwickler davon befreien, L2s in eine einzige Definition zu zwingen.
Ein Spektrum von L2-Designs und native Rollups
Anstatt L2s aufzugeben, rahmt Buterin sie als ein Spektrum ein. Einige könnten eng mit Ethereum gesichert sein, andere könnten teilweise verbunden sein, und einige könnten effektiv unabhängige Systeme sein, die bei Bedarf mit Ethereum interagieren. Transparenz in Bezug auf Vertrauens- und Sicherheitsgarantien steht im Mittelpunkt dieses Ansatzes.
Auf Protokollebene hob Buterin Fortschritte in Richtung nativer Rollups hervor. Ein vorgeschlagenes Rollup-Precompile würde es Ethereum ermöglichen, Zero-Knowledge-EVM-Beweise auf Protokollebene zu verifizieren.
Da es Teil von Ethereum selbst wäre, würden Upgrades und Fehlerbehebungen durch normale Netzwerk-Upgrades gehandhabt, was die Abhängigkeit von externen Governance-Strukturen verringert und die Interoperabilität vereinfacht.
ETF-Zuflüsse und Marktkontext
Der strategische Schwenk erfolgt, während sich institutionelle Signale verbessern. Ethereum-Spot-ETFs verzeichneten einen Nettozufluss von etwa $14 Millionen, angeführt von BlackRocks ETHA-Fonds, was eine Umkehrung nach jüngsten Abflüssen markiert.
Obwohl die kurzfristige Kursentwicklung volatil bleibt, deutet die Rückkehr der ETF-Zuflüsse auf ein anhaltendes Interesse an Ethereum hin, da seine Basisschicht gestärkt wird.
Für L2-Entwickler ist die Botschaft klar: Allein mit niedrigeren Gebühren zu konkurrieren, reicht nicht mehr aus. Zukünftige Relevanz wird von Spezialisierungen abhängen, sei es durch datenschutzorientierte Ausführungen, anwendungsspezifische Ketten, Systeme mit extrem niedriger Latenz oder nicht-finanzielle Anwendungsfälle wie Identität und KI.

