Vitali Klitschko rät Kiewern zur vorübergehenden Ausreise: Krisenharter Winter droht
Nach einem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, die Einwohner dazu angehalten, die Dreimillionenmetropole vorübergehend zu verlassen. Rund 6.000 Wohnblocks, was der Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt entspricht, können momentan nicht beheizt werden, erklärte Klitschko auf der Plattform Telegram. Er betonte, dass die städtischen Dienste im Notfallmodus operieren.
Der letzte Angriff auf Kiew war der folgenschwerste für die Infrastruktur der Stadt seit Beginn des Krieges. Die aktuellen winterlichen Bedingungen verschärfen die Situation zusätzlich. Klitschko empfahl, dass diejenigen, die die Möglichkeit haben, Energie und Wärme an einem anderen Ort zu finden, die Hauptstadt kurzfristig verlassen sollten. Dies sei jedoch kein offizieller Evakuierungsaufruf, sondern ein Ratschlag an die Kiewer, zeitweilig auf ihre Datschen mit Ofenheizung oder zu Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Gebieten auszuweichen.
Laut dem Energieministerium sind derzeit etwa 500.000 Verbrauchsstellen in Kiew und Umgebung ohne Strom. Die ukrainische Luftwaffe berichtet, dass die russische Armee in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern Kiew attackierte, wobei mindestens vier Menschen ums Leben kamen. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab bekannt, dass 20 Wohnblocks Schaden genommen haben.
Seit fast vier Jahren leidet die Ukraine unter dem verheerenden Krieg, der von Russland angezettelt wurde und weiterhin großen menschlichen und infrastrukturellen Schaden verursacht.

