Visa-Bewilligungen trotz verschärfter Maßnahmen gestiegen: Ein Blick auf den Familiennachzug in Deutschland

Der Familiennachzug in Deutschland zeigt trotz einer restriktiveren Politik ungebrochen hohe Zahlen. Im laufenden Jahr wurden mehr als 100.000 Visa für den Familiennachzug erteilt, wie aus den Zahlen des Auswärtigen Amts hervorgeht. Besonders bemerkenswert ist die Bewilligung von 101.756 Visa allein für die fünf Hauptgruppen der Antragssteller bis Ende November.
An erster Stelle der Nationalitäten stehen türkische Staatsangehörige mit 14.907 erteilten Visa, gefolgt von Syrern mit 13.148. Auch Inder (9.286), Menschen aus dem Kosovo (7.143) und Albaner (4.426) stellten eine signifikante Anzahl von Anträgen.
Von den insgesamt erteilten Visa entfielen 37.227 auf den Nachzug von Kindern zu ihren Eltern. Im umgekehrten Fall, also wenn Eltern zu ihren Kindern nachziehen, wurden etwa 3.500 Visa ausgestellt. Mit 44.426 liegt die höchste Zahl bei den Visa, die ausländischen Ehepartnern in Deutschland ein Wiedersehen ermöglichen. Weiterhin wurden 16.298 Visa vergeben, um den Zuzug zu Ehepartnern mit deutschem Pass zu erlauben.
Dieser Rückblick auf die familiären Einwanderungszahlen erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung seit Juli den Nachzug für Menschen mit eingeschränktem Schutzstatus ausgesetzt hat – eine Regelung, die voraussichtlich zwei Jahre gelten soll. Diese Entscheidung betrifft insbesondere viele Syrer, die unter den subsidiären Schutz fallen. Nur in Härtefällen kann der Familiennachzug für diese Gruppe weiterhin gewährt werden.

