Vietnam hebt Zwei-Kind-Politik auf: Neues Kapitel in der Familienplanung
Vietnam plant eine signifikante Änderung in seiner Bevölkerungspolitik: Die restriktive Zwei-Kind-Regelung soll aufgehoben werden. Laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Vietnam News Agency wird es Paaren künftig erlaubt sein, die Anzahl ihrer Kinder eigenständig zu bestimmen.
Dieser Schritt folgt auf einen deutlichen Rückgang der Geburtenrate, die trotz eines anhaltenden Trends bereits seit 2013 kontinuierlich fällt. Das Gesundheitsministerium des südostasiatischen Landes meldet für 2024 eine Geburtenrate von nur 1,91 Kindern pro Frau, weit unter dem Niveau, das für eine stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig wäre.
Nach dem Ende des Vietnamkriegs erlebte das Land eine Bevölkerungszunahme, die von rund 46 Millionen Einwohnern im Jahr 1975 auf über 100 Millionen im Jahr 2025 anstieg. Ursprünglich führte das damalige Nordvietnam die Zwei-Kind-Politik 1963 ein, um das rasche Bevölkerungswachstum in den überwiegend armen ländlichen Regionen zu bremsen.
Ähnliche Herausforderungen stellen sich auch in anderen asiatischen Ländern. In China hat die Abkehr von der Ein-Kind-Politik vor neun Jahren nicht zu einem entscheidenden Anstieg der Geburten geführt. Die Geburtenrate liegt weiterhin bei lediglich 1,1 Kindern pro Frau, während neue Regelungen wie eine Verzögerung des Renteneintrittsalters eingeführt wurden.
Familien in urbanen Gebieten zögern aufgrund hoher Bildungskosten, mehr als ein Kind zu haben, was die demografischen Herausforderungen weiter verschärft.

