Verzögerte Veröffentlichung des US-Verbrauchsberichts sorgt für Unruhe
Das US-amerikanische Bureau of Labor Statistics (BLS) hat die Veröffentlichung seines jährlichen Berichts über Konsumausgaben verschoben. Diese Ankündigung, die am späten Freitag auf der Webseite des BLS erfolgte, ließ eine Erklärung für die Verzögerung vermissen und weckte damit weitere Zweifel an der aktuellen Arbeitsweise der Behörde.
Die jüngste Entwicklung setzt eine Reihe von Ereignissen fort, seit Präsident Donald Trump die damalige BLS-Chefin Erika McEntarfer im vergangenen Monat entlassen hatte. Ihre Absetzung folgte auf einen Bericht ihres Amtes, der schwaches Jobwachstum für Juli und erhebliche Abwärtskorrekturen für die beiden vorhergehenden Monate vermeldete.
Diese Maßnahmen haben Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit wichtiger wirtschaftlicher Daten in den USA aufgeworfen, insbesondere in Bezug auf die Möglichkeit einer politischen Einflussnahme auf eine bisher als streng unparteiisch geltende Behörde. Seit McEntarfers Abgang wurden die Arbeitsmarktzahlen weiter revidiert, was erneute Kritik aus dem Weißen Haus hervorrief. Dort wurden die jüngsten vorläufigen Benchmark-Anpassungen vom 9. September als "ein weiterer Fehler in der langen Geschichte von Ungenauigkeiten und Inkompetenz bei BLS" bezeichnet.
Experten betonen jedoch, dass monatliche Anpassungen der Beschäftigungszahlen Routine sind, da die BLS weiterhin zusätzliche Informationen von Unternehmen einholt, die länger brauchen, um auf die Umfragen zu reagieren. Diese Revisionen tragen letztlich zur Genauigkeit der Daten bei.
Zusätzlich sieht sich die Behörde weiterhin mit finanziellen Engpässen und Personalproblemen konfrontiert, Herausforderungen, die bereits vor Trumps Amtszeit bekannt waren, sich aber in dessen zweiter Amtszeit verschärft haben.

