Versicherungsbranche im Spannungsfeld von KI: Zwischen Druck und Chancen
Die Versicherungsbranche in Europa sieht sich aktuell mit beachtlichem Druck konfrontiert. Insbesondere die Sorge vor einer wachsenden Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI) belastet die Anbieter. Ein Branchenindex zeigte eine Abwärtsbewegung von 2 Prozent und markierte damit seine 100-Tage-Durchschnittslinie. Bei der Allianz führten diese Entwicklungen vorübergehend zu einem Minus von 3 Prozent, bevor sich die Lage an der 21-Tage-Linie stabilisierte und Kaufinteressenten wieder in Erscheinung traten.
Eine bemerkenswerte Entwicklung ist die Integration des KI-Chatbots ChatGPT in den Versicherungssektor. Nutzer können über diesen Kanal nun maßgeschneiderte Versicherungsangebote erhalten, was aus ChatGPT einen innovativen Vertriebskanal macht. So haben der spanische Digitalversicherer Tuio und die US-Vergleichsplattform Insurify bereits entsprechende Anwendungen für Hausrat- und Autoversicherungen entwickelt.
Im US-amerikanischen Markt führten diese Fortschritte dazu, dass Versicherungsmakler unter zusätzlichem Druck standen. Gleichwohl bietet der Einsatz von KI bei näherer Betrachtung ein erhebliches Einsparpotenzial im Vertrieb, indem er manche Nachteile wie eine erhöhte Preistransparenz kompensiert oder sogar in den Schatten stellt. Potenziale zeigen sich zudem in der Effizienzsteigerung bei Prozessen wie Schadensmanagement und der Prüfung von Ansprüchen, was ebenfalls zur Kostenreduktion beitragen könnte.

