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Verschoben, verunsichert, vollgeplant – Ferraris Strom-Schock

22. Juni 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Ferrari zögert bei zweitem E-Modell: Absatzsorgen, Technikzweifel und Kundenkritik bremsen die Elektrifizierungsstrategie des Luxusherstellers aus Maranello. Warum der Mythos Ferrari mit der Steckdose hadert – und was Anleger jetzt wissen müssen.

Ferrari ist ein Synonym für Geschwindigkeit, Klang und Emotion. Doch genau das, was den Mythos der roten Boliden ausmacht, droht mit der Elektrifizierung verloren zu gehen.

Nun verschiebt der italienische Sportwagenhersteller sein zweites Elektroauto um zwei Jahre – nicht wegen technischer Probleme, sondern wegen mangelnder Nachfrage. Ein Warnsignal, das selbst hartgesottene Ferrari-Fans aufhorchen lässt.

Nachfrage zu schwach – E-Auto auf Eis

Eigentlich hätte Ferraris zweiter rein elektrischer Supersportler Ende 2026 auf den Markt rollen sollen. Stattdessen wird er laut Reuters nun frühestens 2028 erwartet. Insider berichten, dass die Nachfrage nicht das Niveau erreicht hat, das sich Ferrari intern erhofft hatte.

Quelle: Eulerpool

Vor allem der Verzicht auf den ikonischen Motorsound, das hohe Gewicht aktueller Batterien und die fehlende emotionale Bindung schrecken potenzielle Käufer offenbar ab.

Der interne Stellenwert des Modells war hoch: Es sollte die Serien-Elektrifizierung vorbereiten und das Vertrauen der Kundschaft in die neue Technologie stärken. Dass Ferrari diesen Fahrplan nun kippt, ist ein deutliches Zeichen dafür, wie groß die Zurückhaltung auf dem Markt noch ist.

Luxus mit Lieferzeit: Ausgebucht bis 2026

Die gute Nachricht für Investoren: Ein genereller Nachfragerückgang bei Ferrari ist nicht zu erkennen – zumindest nicht bei den klassischen Modellen. Der aktuelle Auftragsbestand reicht laut Unternehmensangaben bis Ende 2026. Und Ferrari bleibt seiner alten Strategie treu: künstliche Verknappung, hohe Preise, selektive Kundenzulassung.

Quelle: Eulerpool

Das Ergebnis: ein durchschnittlicher Fahrzeugerlös von über 440.000 Euro pro Stück und eine Nettomarge von 22,5 Prozent – unübertroffen in der Branche. Auch für 2025 rechnet der Konzern trotz der E-Probleme mit einem Umsatzplus von 1,4 Prozent. Der Mythos verkauft sich nach wie vor gut – solange er brüllt und nicht summt.

E-Mobilität und Emotion: Ein Widerspruch?

Die größte Herausforderung für Ferrari ist nicht der Elektromotor, sondern das, was er mitbringt – oder eben nicht: keine Vibrationen, kein Soundtrack, kein Spektakel. Das widerspricht allem, wofür ein Ferrari steht. Der Konzern muss den Spagat schaffen zwischen Regulatorik und Romantik, zwischen CO₂-Zielen und Kundenfantasien.

Quelle: Eulerpool

Ferrari hat sich vorgenommen, bis 2030 rund 60 Prozent der Flotte zu elektrifizieren – mit einem Mix aus Plug-in-Hybriden und reinen Stromern. Der erste Vollstromer soll 2026 auf den Markt kommen – in begrenzter Stückzahl.

Doch die nun verschobene zweite E-Baureihe sollte das eigentliche Volumenmodell der neuen Ära werden. Dass es nun wackelt, zeigt: Der Weg zur „Elektro-Exzellenz“ ist noch lang.

Anleger zwischen Begeisterung und Bremse

An der Börse reagierte die Aktie zuletzt gelassen. Das Vertrauen in die Markenstärke von Ferrari ist ungebrochen – und die Strategie der Verknappung sorgt weiter für satte Margen.

Analysten halten die Aktie weiterhin für kaufenswert, zumal Ferrari in puncto Markenwert, Preisgestaltung und Kundenbindung zur absoluten Weltspitze gehört.

Dennoch: Der Rückzieher beim E-Modell ist mehr als ein Fußnote. Er zeigt, wie schwer es selbst einem globalen Luxus-Leuchtturm fällt, das Produktversprechen der Vergangenheit in eine batteriegetriebene Zukunft zu übertragen.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 22.06.2025 · 12:00 Uhr
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