Verschärfte Maßstäbe für Genossenschaftsbanken: Keine Toleranz für Risikomanagement
Die Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) reagiert auf die jüngsten Sanierungsfälle im genossenschaftlichen Finanzsektor mit einer Verschärfung der Regelungen für ihr Sicherheitsnetzwerk. Obwohl die Sicherungseinrichtung als Solidargemeinschaft agiert, soll sie kein Freibrief für riskante Geschäfte und Fahrlässigkeit sein, unterstrich BVR-Präsidentin Marija Kolak in einer Erklärung.
Im vergangenen Jahr sah sich die genossenschaftliche Finanzgruppe gezwungen, durch die BVR-Sicherungseinrichtung fast 500 Millionen Euro an Risiken bei drei Banken abzufedern – ein seltener und hoher Betrag. Kolak kritisierte dabei die waghalsigen Risikogeschäfte einiger Verantwortlichen und forderte zur Vorsicht auf.
BVR-Vorstand Daniel Quinten machte klar, dass Institute mit erhöhten Risikoprofilen künftig stärker unter die Lupe genommen werden sollen. Die Sorgfaltspflichten der Geschäftsführung und der Institutssicherung sollen konsequenter geprüft werden. Eine mögliche Beteiligung an Aufsichtsratssitzungen von Krisenbanken, um direkt mit den Kontrollinstanzen zu kommunizieren, wird ebenfalls erwogen.
Kolak versicherte, dass der BVR alles daran setze, die Institutssicherung weiterzuentwickeln. Missmanagement sei in der Solidargemeinschaft nicht hinnehmbar. Die Reputation der Volksbanken und Raiffeisenbanken als vertrauenswürdige Finanzinstitute müsse gewahrt bleiben.
Trotz dieser Herausforderungen bewiesen die 672 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD Banken im vergangenen Jahr ein solides Risikomanagement. Der Jahresüberschuss stieg um 2,3 Prozent auf rund 9,5 Milliarden Euro, wobei der Gewinn vor Steuern sich auf gut 2,1 Milliarden Euro erhöhte, verglichen mit rund 1,96 Milliarden Euro im Vorjahr.

