Verdi-Warnstreik findet Unterstützung durch Umweltorganisationen und Fridays for Future
Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird am kommenden Freitag ein Warnstreik stattfinden, bei dem Beschäftigte in rund 80 Städten ihre Arbeit niederlegen werden. Die Gewerkschaft Verdi erhält hierbei Rückendeckung von Umweltorganisationen, die auf die Notwendigkeit eines zuverlässigen öffentlichen Verkehrs für die Verkehrswende hinweisen. Greenpeace-Verkehrsexpertin Marissa Reiserer betonte die Bedeutung besserer Arbeitsbedingungen für das Personal, da diese Voraussetzung für einen klimafreundlichen und sozial gerechten Verkehr seien.
Auch die Organisation Fridays for Future (FFF) unterstützt Verdi durch Kundgebungen und unterstreicht die Wichtigkeit guter Arbeitsbedingungen im ÖPNV für das Gelingen der Verkehrswende.
Der Warnstreik betrifft mehr als 130 kommunale Unternehmen in etwa 80 Städten und 40 Landkreisen. Rund 90.000 Beschäftigte sind von den Verhandlungen betroffen. In der ersten Verhandlungsrunde wurde in keiner Region eine Lösung gefunden. Mit Ausnahme von Bayern verhandelt Verdi parallel mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden in allen Bundesländern über neue Tarifverträge für die Beschäftigten im ÖPNV.
Obwohl die Verhandlungen in allen betroffenen Bundesländern gleichzeitig stattfinden, variieren die Forderungen inhaltlich stark. In den meisten Ländern geht es um die Regelung der Arbeitsbedingungen durch Manteltarifverträge. In Berlin fordert Verdi beispielsweise längere Wendezeiten, Urlaubsgeld und mehr Urlaub. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland stehen auch höhere Entgelte zur Debatte.
Der Branchenverband VDV befürchtet, dass die Tarifrunde die bereits angespannte Lage der Unternehmen weiter verschärfen wird. VDV-Präsident Ingo Wortmann prognostizierte stärkere Lohn- und Gehaltssteigerungen als Folge der Arbeitskampfmaßnahmen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte Kritik an dem geplanten Warnstreik. Pro-Bahn-Vorsitzender Detlef Neuß bezeichnete die Aktion als äußerst unangenehm für die Fahrgäste, die gerade erleichtert gewesen seien, dass sich die Situation verbessert habe. Insbesondere in überlasteten Großstädten werde der Warnstreik zu weiteren Behinderungen führen. Dennoch äußerte Neuß Verständnis für die Anliegen der Beschäftigten. (eulerpool-AFX)

