Dax-Erholung ins Stocken geraten: Tech-Werte unter Druck

Am deutschen Aktienmarkt hielt die Erholung des Leitindex Dax nicht an, nachdem dieser am Dienstagmorgen seine Aufwärtsbewegung über die 25.000-Punkte-Marke fortsetzen konnte. Allerdings schloss der Index mit einem leichten Rückgang von 0,07 Prozent bei 24.780,79 Punkten. Bereits am späten Vormittag begannen die Gewinne abzubröckeln, vor allem infolge nachgebender Technologieanlagen in den USA.
Im Gegensatz dazu kehrte am Gold- und Silbermarkt etwas Ruhe ein, nachdem sich die Preise von ihrem jüngsten Einbruch erholt hatten. Marktstratege Ahmad Assiri von Pepperstone betonte, dass sich die Rahmenbedingungen für den Edelmetallhandel kaum verändert hätten.
Unterdessen legte der MDax der mittelgroßen Werte leicht um 0,08 Prozent auf 31.537,33 Punkte zu. Europaweit schlossen die Börsen allerdings mit leichten Verlusten. Der EuroStoxx 50 verlor 0,20 Prozent und schloss bei 5.995,35 Punkten. Auch in der Schweiz und in Großbritannien zeigten sich moderate Kursverluste.
In den USA verlor der Dow Jones Industrial nach einem Rekordhoch seine anfänglichen Gewinne. Die Nasdaq verzeichnete ein Minus von 1,2 Prozent, da eine Umschichtung von Technologiewerten in traditionellere Branchen zu beobachten war, darunter Konsumgüter und Finanzsektor.
Hierzulande belasteten vor allem Technologiewerte wie SAP, Infineon und Atoss Software den Markt. Trotz eines positiven Analystenkommentars zu SAP von Santander verloren die Aktien des Softwarekonzerns 4,6 Prozent. Atoss Software verzeichnete gar einen Rückgang von 8,1 Prozent im SDax, und auch Infineon musste ein Minus von 1,9 Prozent verbuchen.
Zalando-Aktien sanken um 12,1 Prozent nach einer Warnung der US-Bank Morgan Stanley vor zunehmendem Wettbewerb durch Social-Media-Plattformen wie Tiktok Shop. Die DZ Bank hielt dagegen, Zalando sei ein "aktiver Gestalter" des E-Commerce und wenig durch den Social-Commerce-Trend gefährdet.
Am Dax-Spitzenplatz verzeichneten die Aktien von Daimler Truck mit 5,9 Prozent ein beeindruckendes Plus. Der Bank-of-America-Analyst Alexander Jones hob die Papiere als neuen Favoriten hervor, betonte günstige Bewertungen und Hoffnung auf steigende Gewinne.
Aktien aus dem Stahlsektor waren wieder gefragt, nachdem sie bereits mit steigenden Metallpreisen einen Aufschwung erfuhren. Thyssenkrupp stieg im MDax um 6,0 Prozent, während im SDax Salzgitter um 4,2 Prozent kletterte.
Im MDax führte die Vorzugsaktie des Laborzulieferers Sartorius mit 7,7 Prozent die Liste der Gewinner an. Für Siltronic sah es weniger rosig aus, der Halbleiter-Wafer-Hersteller rechnet mit schwierigen Bedingungen, was die Aktie um 8,1 Prozent fallen ließ.
Evotec hingegen sprang im SDax um 9,5 Prozent an die Spitze. Analysten der Berenberg Bank sehen weiterhin Potenzial für Investitionen, da die Hamburger Firma als anerkanntes Forschungsinstitut im Bereich pharmazeutischer Wirkstoffe gilt.

