Verbraucherzentrale nimmt Handel wegen Pfandrückgabe ins Visier
In den vergangenen drei Jahren sind bei der Verbraucherzentrale Hamburg etwa 400 Beschwerden über Schwierigkeiten bei der Rückgabe von Pfandflaschen und -dosen in Supermärkten eingegangen. Diese Beratungsstelle betreut das Thema bundesweit, und laut Mitarbeiter Tristan Jorde betreffen die Klagen Händler im ganzen Land.
Insbesondere große Supermärkte und Discounter stehen im Zentrum der Kritik. Fast jede zweite Beschwerde (47 Prozent) resultiert aus dem Problem, dass Automaten Hinweisschilder nicht erkennen konnten. An zweiter Stelle der Ablehnungsgründe (23 Prozent) lagen defekte Automaten. Ebenso beklagten sich Verbraucher darüber, dass Produkte als "nicht im Sortiment" deklariert wurden (14 Prozent), obwohl eine Rücknahme gemäß Verpackungsgesetz verpflichtend wäre.
Die Verbraucherzentrale hebt hervor, dass unabhängig vom Einkaufsort das Leergut mit Einwegpfand prinzipiell angenommen werden muss. "Zerdrückte Dosen oder verschmutzte Flaschen sind kein Hindernis", erklärt Jorde. Ausnahmen gelten lediglich für kleinere Geschäfte. Die Missstände veranlassen die Verbraucherzentrale zu scharfer Kritik am Handel.
Jorde appelliert für verschärfte Kontrollen und Bußgelder gegen Händler, die gesetzeswidrig handeln. Während bei der Rückgabe von Einwegpfand kaum Restriktionen bestehen, dürfen Händler bei Mehrwegpfand Kriterien wie Art, Form und Größe vorgeben, um die Rückgabe zu limitieren.

